Leserbeitrag
Kirchenchorreise 2013

Fernando Patino
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Unsere Kirchenchorreise 2013

Katholischer Kirchenchor Cäcilia

Ein herzliches Einladungsschreiben von besonderer Art war das erste Aufeinandertreffen mit unserer Chorreise mit unbekanntem Ziel. Ein raffiniertes, vanillefarbiges Papier, auf dem kein Detail ausgelassen wurde: Der Spiegel eines grossen Tages.

Ich kam mit meinem Mann und meiner Mutter, die uns derzeit besucht, zur genauen Treffpunktzeit: 07.30 Uhr. Natürlich waren alle schon da und haben sehr nett an der Tür des Busses auf uns gewartet. Ja, wir waren die Letzten.

Wir sind sofort in diesen grossen Bus eingestiegen und abgefahren. Ein Bus, der mit allem Komfort und aller Technik ausgestattet war, so als ob er uns raus aus dieser Welt fahren wollte. Tatsächlich hat eine andere Welt auf uns gewartet, eine magische Welt, in der die Farben des Lebens vorhanden sind und die Natur das beste Szenario bietet, das jedes Gesicht durchdringt. Eine Natur voll Ruhe, Bewunderung und Respekt für das schöne Land, das uns zu umgeben begann. Der Fahrer stellte sich vor und die "Fahrt ins Blaue" konnte beginnen.

Wo fahren wir hin? Es war eine Stunde vorbei und ehrlich gesagt, habe ich nicht mehr daran gedacht, wohin wir jetzt fahren. Die Landschaft selber wurde ein Schauspiel und Vitamin für die Seele.„Edith, wird Wattwil unser Ziel sein?“ fragte Regula, " ja ja, genau". Und die Reise ging weiter ohne in Wattwil anzuhalten. Ziel war nicht Wattwil, aber Fischingen auch nicht.

Nach einer Weile haben wir einen Kaffee getrunken. Achtung, aber nicht ohne die Fähigkeiten der Busfahrer zu kennen. Irgendwo in mir war ich sehr dankbar bei dem engen Parkplatz, bei dem der Boden sich freundlicherweise zu strecken schien, um den beiden Fahrern die Gelegenheit zu geben, an einem Ort, wo es unmöglich schien, zu parken. Dort haben sie auf uns gewartet.

Das Restaurant war voll. Doch wir wurden sehr schnell bedient und auch von den Stimmen eines Herren-Chores überrascht. Dieser konnte uns motivieren, an einem Tag Lieder an unerwarteten Zeiten und Orten zu singen, wie in meinen Träumen.Wir gingen mit dem süssen Nachgeschmack, den die Kellnerinnen des Restaurants hinterliessen, als sie sehr spontan die Hände erhoben, um uns zu verabschieden. Dann sahen wir den Säntis aus verschiedenen Blickwinkeln. Für einen kurzen Moment sah ich meine Kindheit vor meinen Augen. Ich sah etwas, wovon ich dachte, dass es nur zu den Spielen meiner Kindheit gehörte, aber offenbar seit der Antike existiert: Zwei Gruppen von Männern zogen an den Enden eines Seiles, und so konnten diese Gruppen im Wettkampf zeigen, wer mehr Kraft hatte. Ich sah einen "Dorfmarkt", zu dem ich gern gehen wollte um alles durchzustöbern! Leider war es nicht möglich, aber das Schicksal hat später darauf bestanden, ihn wieder zu sehen. Wir mussten weiter oben umkehren und kamen wieder beim Markt vorbei auf der Suche nach einem anderen Weg. Von meinem Fenster aus sah ich einen Park voll mit Stühlen, die ganz von einer grünen Wiese bedeckt waren..... Überall viel, viel, viel Grün. Berge haben uns die Tür weit geöffnet und uns in dieses Märchen hineingenommen: Die Erhabenheit der Natur zu unseren Füssen, mit Blumen geschmückte Häuser und sogar Schneewittchen mit den sieben Zwergen waren dabei.

"Nach dem Essen den Grappa nicht vergessen", sagte Martha. An diesem Ort nahmen wir das Mittagessen ein und vepassten dank der glasklaren Aussicht von hier aus kein Detail von draussen.

Das Essen war ausgezeichnet. Die Kellnerinnen, in rosa gekleidet wie die Blumen am Weg, haben der Qualität den Punkt aufgesetzt. Die Achtsamkeit des Personals im Restaurant war unbeschreiblich. Hier tat jeder, was er wollte: Rauchen, Tabak schnupfen, Fotos machen, oder von der anderen Seite den "Zürichsee" anschauen, wie dies Monika und Helen taten. Und übrigens haben die beiden während der Fahrt mit ihrem Wissen über Geographie die Strecke und die Berge beschrieben. Von ihnen habe ich gelernt, die "Churfirsten" zu erkennen.

Wir ahnen jetzt mehr, welches unser Ziel ist: Wir fahren nach Appenzell. Dort gibt es eine weitere Überraschung.Zwei Kutschen warteten auf uns für eine Stadtbesichtigung. Appenzell ist eine Touristenstadt „par excellence“. Wir sahen verschiedene Gruppen, Fahrräder, Apéros, Jodler. Wir waren sogar ein Teil dieses Touristen-Tages, da Fotos von uns geschossen wurden. Die Besichtigung endete in der Kirche, in der wir "Gott hat uns einen Engel gesandt", "Mögen sich die Wege" und auch ein Marienlied gesungen haben. Die drei Lieder wurden von unserer Dirigentin Margit geleitet und an der Orgel von einem jungen Mann begleitet, der durch unsere Präsenz überrascht wurde, aber sehr freundlich für und mit uns spielte. Wir haben sie gesungen, als hätten wir es für diesen Anlass geübt.

Jetzt sind wir auf der anderen Seite des Berges und sehen den Zürichsee mit der Sonne auf dem Wasser. Langsam gehen wir unserer letzten Station entgegen. Wir assen in einem gemütlichen Restaurant. Der Besitzer spielte Akkordeon und sang ... naja ich kann nur sagen: "¡Que viva España!". Die meisten haben mitgesungen und dieser Moment ist mit dem Sonnenuntergang sehr romantisch geworden: "Margritli i lieb di vo Härze mit Schmärze".

Um uns ausruhen und uns an die Erfahrungen des Tages erinnern zu können, wurde das Licht im Bus gelöscht. So wie vorher haben wir auch auf der Rückreise gesungen. Mit einem Gedicht und vielem Dank an alle verabschiedeten sich Franz und unser Chauffeur. Wir schlossen die Seite dieses Tages in unserem Leben. Unser Märchen ist zu Ende. Und wieder bewunderten wir die Schönheit der Schweiz, mit ihren Bergen, ihren Wegen und ihren Menschen. Eine Reise mit ausgezeichneter Planung, die keinen Raum für Fehler hatte. Alles perfekt organisiert, alles zur richtigen Zeit und am richtigen Ort. Herzlichen Dank, Franz Fischer. Es war ein einmaliger und faszinierender Ausflug für die Fantasie und die Magie.

Nelcy Ribero

Untersiggenthal

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