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Jede Reise beginnt mit einem Traum

Stefan Hantke
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Mirjam Stutz
Im Orca kam ein stattliche Summe an Spenden für das Walschutzprojekt zusammen.jpg

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Mirjam Stutz

Edi Aschwanden präsentierte im Staufner Zopfhuus faszinierende Bilder seiner Reise quer durch Kanada. Die von der Kulturkommission Staufen organisierte Multivisions-Reportage beeindruckte die Besucher im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal und inspirierte zu einer baldigen Reise auf den nordamerikanischen Kontinent.

Zum Auftakt des Abends las Stefan Hantke von der Kulturkommission Staufen eine Grussbotschaft von Kurt und Annette Fischer aus Kanada vor. Die Staufner Familie, welche vor 1 1⁄2 Jahren nach Kanada auswanderte, ist dank der Fernsehsendung «Auf und davon» von SRF1 schweizweit bekannt. «Geht ihr heute Abend nach Hause, macht ihr euch sicher Gedanken, ob ihr eine Reise in unsere neue Heimat unternehmen – oder vielleicht gar selber ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten auswandern möchtet», liess die Vorfreude auf die Präsentation noch steigern.

Einfach und luxuriös
Sowohl die Transportmittel als auch die Unterkunftsarten der Reise von Edi Aschwanden aus Egliswil waren sehr vielfältig. Mal übernachtete er im Deluxe-Abteil mit Dusche im Zug, danach in einem Bed & Breakfast im Kolonialstil und nicht selten in einer Blockhütte oder gar im selbst mitgeführten Zelt. Unterwegs war der Verfasser des ausdruckstarken Reiseberichtes hauptsächlich mit dem Zug – Ausflüge und Abstecher unternahm er auch mit Schiffen, mit dem Kanu oder zu Fuss. Der Abend vermittelte einen Einblick in eine Traumreise mit Expeditionscharakter.

Schienenkreuzfahrt
Kanada verfügt im Verhältnis zu seiner Fläche über ein sehr dünnes Eisenbahnnetz. Die Länge beträgt aber immer noch stattliche 12‘500 Kilometer. Edi Aschwanden fuhr während seiner 4-monatigen Reise auf allen Strecken. «Die Güterzüge haben Priorität und die Verspätungen werden in Stunden angegeben». Diese Aussagen versetzten die Zuschauer ins Schmunzeln. Besonders beeindruckend einer Bahnreise in Kanada ist die perfekte Organisation beim Einsteigen in den vorreservierten Wagen, die lichtdurchfluteten Panoramaabteile, das Abwarten von Kreuzungen mit Güterzügen mit bis zu 40 Wagen und natürlich auch die frisch im Zug zubereiteten Speisen.

Im Einklang mit der Natur
«Was gibt es Schöneres als das Land, das zu knapp 10 % aus Seen und Flüssen besteht, auf dem Wasserweg zu entdecken», leitete Edi Aschwanden die Sequenz mit der Kanutour in einem Kanadier – nomen est omen – ein. Es erstaunt nicht, dass unberührte Naturlandschaften das Land prägen, denn die Bevölkerungsdichte Kanadas beträgt nicht mal 4 Einwohner pro Quadratkilometer. Ein Höhepunkt des Abends waren auch die vielen Tierbeobachtungen «Ich hatte immer Glück und bekam nicht selten Wildlife vor meine Objektive», stapelte der Naturliebhaber tief. Eisbären, Wale, Elche und mehrere Dutzend andere Tiere wurden fantastisch in Szene gestellt.

Postkartenansicht und Blick hinter die Kulissen
Die Reportage zeigte einerseits Kanada von der schönsten Seite mit fantastischen Küstenabschnitten, Wäldern, Seen und eindrucksvollen Städten – aber auch spannende Begegnungen mit dem Hummer-Fischer Ronnie, Marvin dem Gitga’at-Indianer oder dem Walforscher Hermann auf Gil Island. Für dessen Projekt bat Edi Aschwanden um Spenden, welche über die Stiftung OceanCare dem Schutz der Meeressäugetiere und der Küstengewässer zu Gute kommen. Dieser Aufruf ging wie die ganze Reise den Besuchern unter die Haut. «Kanada Zug um Zug» wird sicher viele Anwesenden dazu animieren, bald eine Reise ins zweitgrösste Land der Erde zu unternehmen. Einzelne Programmpunkte der Reportage gingen allerdings über die klassischen Reiseprogramme, die in Katalogen zu finden sind, hinaus, weshalb der Abend noch lange unvergessen bleiben wird.