Leserbeitrag
Glockengiessen, Goldwaschen und Geselligkeit

Marcel Siegrist
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Die Musikgesellschaft Leuggern kehrt mit einer handgefertigten Glocke, Gold und vielen schönen Erinnerungen von ihrer zweitägigen Vereinsreise zurück

Morgenstund‘ hat Gold im Mund – unter diesem Kredo versammelten sich am Samstagmorgen, 22. August die Musikantinnen und Musikanten mit Angehörigen, denn bereits um halb sieben machte sich die 18-köpfige Gruppe mit Kleinbus und PW auf den Weg. Noch etwas verschlafen aber in bester Stimmung, verbrachten die Teilnehmenden eine kurzweilige Fahrt ins Emmental. Schon bald wurden erste Stimmen laut, wonach ein Halt für Kaffee und Gipfeli verlangt war. Doch das Znüni wollte zuerst verdient sein.

Nach zeitiger Ankunft bei der Firma Berger im emmentalischen Bärau und einer fachkundigen Einführung in das Traditionshandwerk des Glockengiessens durch Inhaber René Kern, durften die Musikantinnen und Musikanten selbst Hand anlegen. Ziel war es, mit Unterstützung des Fachmanns eine individuelle Vereinsglocke zu giessen und zu schmücken. Nach getaner Arbeit folgte das wohlverdiente Znüni und man wartete gespannt darauf, wie die Glocke nach dem Ausgiessen wohl aussehen würde. Mit dem schönen und wohlklingenden Resultat zeigten sich alle mehr als zufrieden. Präsident Stefan Schwere war überzeugt, mit der neuen Glocke ein wirkungsvolles Instrument erhalten zu haben, um im Probelokal für Ruhe und Ordnung zu Sorgen.

Die Reise führte weiter in den abgelegenen Ort Fontanne, wo sich die Gruppe mit Wurst und Brot für den nächsten Programmpunkt, das Goldwaschen im gleichnamigen Fluss, stärken konnte. Als zusammen mit der Goldwascherausrüstung ein kleines Gläschen für die Aufbewahrung der gefundenen Schätze abgegeben wurde, schien so manch einer übermütig zu werden. Doch die Leuggemer wurden bald eines Besseren belehrt, denn die Suche nach dem Napfgold stelle sich als zeitintensive Geduldsarbeit im Fluss heraus. Zwar konnte am Schluss jeder ein paar Goldplättchen in seinem Fläschchen vorweisen, die zuvor geschmiedeten Investitionspläne rückten allerdings wieder etwas in die Ferne.

Nach dem Zimmerbezug im schönen Hotel Sörenberg genossen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein feines Abendessen im hauseigenen Restaurant Bäckerstube. Man konnte meinen, das SRF sendete einen Samschtigjass aus Sörenberg, massen sich die Musikanten nach dem Essen doch an zwei Tischen konzentriert im Differenzler und Schieber. Die weniger spielbegeisterten Teilnehmer betrieben dafür etwas Wirtschaftskunde in der nahegelegenen Tschudihui Bar, wo sich zum Ausklang des Abends beinahe die ganze Gruppe auf einen Schlummertrunk zusammenfand.

Der Sonntag stand unter dem Zeichen der Bewegung. Denn schon bald nach dem ausgiebigen Frühstück nutzten die Mitglieder der MG Leuggern die morgendlichen Sonnenstrahlen aus und machten sich zu Fuss auf in Richtung Rossweid. Die Sonne wich zwischenzeitlich einem Regenschauer, sodass alle froh um den Zwischenhalt im Restaurant Rossweid waren. Als die Gruppe in Richtung Schwand weitermarschierte, zeigte sich denn auch die Sonne wieder. Während die einen ihre Kräfte mit einem feinen Schwandkaffi auftankten, genehmigten sich andere ein kühles Glacé. Schlussendlich waren jedoch alle gestärkt für den Abstieg ins Dorf Sörenberg und die Heimfahrt in den Kanton Aargau.

Die MG Leuggern dankt den Organisatoren Hildi Rudolf und Stefan Schwere für die Planung dieser gemütlichen und erlebnisreichen Reise. Ein herzliches Danke gebührt auch Urs Brändli, Hansjörg Erne und Andrea Kretz, welche sich für den sicheren Transport der Reisegruppe verantwortlich zeigten.

Die Musikgesellschaft Leuggern freut sich bereits heute, ihre Freunde am Gadefäscht vom 4. September 2015 in Hettenschwil willkommen zu heissen.

Andrea Obrist

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