Leserbeitrag
Gesundheitsanlass Junge CVP Aargau im Kreisspital Muri

Am Samstagnachmittag fand im Kreisspital Muri der Gesundheitsanlass der Jungen CVP Aargau statt. Am Anlass wurde zusammen mit zwei ausgewiesenen Gesundheitsexperten Nationalrätin Ruth Humbel und Spitaldirektor Marco Beng das Gesundheitswesen erläutert.

Marcel Siegrist
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Gleich nach der Begrüssung durch den Präsidenten der Jungen CVP Aargau Sascha Winterberg und Spitaldirektor Marco Beng wurde den Anwesenden auf einer Spitalbesichtigung gezeigt was alles zum Betrieb eines Spitals nötig ist. Auf der Führung sah man nebst den Krankenzimmern, Operationsräumen und Untersuchungsanlagen auch eine grosse Wäscherei, ein Zivilschutz Notspital unter der Erde, eine Werkstatt und eine grosse Kapelle im Spital. Man konnte sich langsam vorstellen wo all die 470 Personen arbeiten, die im Spital angestellt sind. Noch vor dem Rundgang war es schwer vorstellbar warum für 120 Patienten so viel Personal benötigt wird.
Der Einblick in den Spitalalltag zeigte aber auch wie hoch die Ansprüche der Patienten heute sind und wie viel das Spital bieten muss, damit die Patienten nicht in ein anderes Spital gehen. Gehört der Fernseher noch nicht lange zum Standard ist es bald auch die persönliche Kaffeemaschine. Es wird ein Wettrüsten in Gang gesetzt um die Patientenzahl zu halten oder gar zu erhöhen. Dies führt aber nicht nur zu einer besseren Versorgung sondern natürlich auch zu höheren Kosten. Heute sind die Spitäler beinahe gezwungen alle möglichen (auch teuren) Untersuche zu machen - ein Reputationsschaden oder gar Haftungsfall bei einem Todesfall aufgrund eines unterlassenen Untersuchs will niemand riskieren. Hier zeigt sich was die Gesellschaft die „Null-Risiko-Anspruchshaltung" kostet.
Im Anschliessenden Referat von Nationalrätin Ruth Humbel wurde eindrücklich aufgezeigt wie schwer es ist die komplexen Strukturen so zu ändern, dass die Sparanreize gestärkt werden können ohne dass die Qualität leidet. Die enormen Kostenunterschiede in den Kantonen und den Spitälern zeigen, dass es Sparpotential gibt. Viele Möglichkeiten die Kosten zu senken wären bekannt, sind aber an Widerständen von verschiedenen Seiten gescheitert.
Das Referat von Spitaldirektor Marco Beng zeigte am Beispiel Kreisspital Muri, dass es möglich ist ein Spital mit guter Patientenzufriedenheit kostengünstig zu führen. Er zeigte auch auf, dass gerade bei Stationären Behandlungen der grösste Teil der Kosten Löhne sind.
Man war sich einig, dass es ohne die Aufgezeigten Reformen zu einem nicht tragbaren Kostenwachstum kommen wird. Kann die Anspruchshaltung der Patienten allerdings nicht eingedämmt werden wird es mit allen Reformen schwer die Krankenkassenprämien tief zu halten. Die JCVP wird sich darum auch in Zukunft mit den Kosten des Gesundheitswesens beschäftigen. (swi)