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Freiwilliger Arbeitseinsatz in den Sommerferien

Fabienne Schmid
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IMG_2391.JPG Die Gränicher Freiwilligen ruhen sich auf der neu erstellten Sitzbank aus, bei der ein angebrachtes Schild auf die Erbauer hinweist.
IMG_2417.JPG Als krönender Abschluss wird das bearbeitete Wegstück mit einer Kiesschicht versehen.

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Wiederum reisen 16 Freiwillige zur traditionellen gemeinnützigen Arbeitswoche der Ref. Kirchgemeinde Gränichen ins Berner Oberland. Gemeinsam setzen sie Wanderwege des weitläufigen Wanderwegnetzes im Reichenbachtal instand. Am Ende dieser schönen Woche ist klar: Wenn es die persönliche Situation zulässt, will man auch nächstes Jahr wieder mit dabei sein.

Kontinuität bewährt sich

Die Spannung am Anfang der Woche ist jedes Mal gross: Welche Arbeiten stehen dieses Jahr bei welchen Wegstücken an? Einige Teilnehmende kennen die Gegend wie den eigenen Hosensack! Einen Arbeitseinsatz zu koordinieren für eine altersgemischte Gruppe, von Jugendlichen bis zu Senioren, Männer und Frauen, mit den unterschiedlichsten körperlichen und handwerklichen Voraussetzungen stellt eine besondere Herausforderung dar. Das langjährige gegenseitige Kennen und das Wissen um das vorhandene Können der Teilnehmenden ermöglichen jedoch auch dieses Jahr wieder eine gelungene Woche, an die sich alle gerne erinnern.

Arbeiten im wildromantischen Reichenbachtal und am Reichbachfall

Die wichtigste Arbeit ist diesmal die Sanierung einer Brücke am Wanderweg zwischen Rosenlaui und Schwarzwaldalp. Das beständige warme Sommerwetter schafft gute Voraussetzungen für die motivierten Freiwilligen. Die Besichtigung der sanierungsbedürftigen Holzbrücke und des angrenzenden Teiles des Wanderweges machen sofort klar, dass es für alle eine geeignete Arbeit gibt. Eine erste Gruppe macht sich mit einer Winde an der Brücke zu schaffen. Die Brückenträger sind teilweise durchgefault und sollen ersetzt werden, damit die Brücke wieder stabil und sicher begehbar wird. Andere mähen den zugewachsenen Weg und eine weitere Gruppe beginnt damit, im sumpfigen Gebiet Abläufe frei zu schaufeln und Sickerleitungen einzubauen. Die eingespielte Zusammenarbeit kommt auch beim diesjährigen Einsatz wieder voll zum Tragen. Glücklicherweise liegt der Arbeitsort mehrheitlich im Wald was die Hitze etwas erträglicher macht. Zur nachhaltigen Sanierung des Wegabschnittes wird viel Kies und Geröll aus dem Reichenbach verwendet. In schweisstreibender Arbeit wird dies mit vereinten Kräften an die richtigen Stellen gebracht. Nach drei Tagen ist die Sanierung dieses Wegstückes zur Zufriedenheit aller abgeschlossen. Die Schönheit und Mächtigkeit der umliegenden Berge machen die Arbeitstage zu einem einmaligen Naturerlebnis und aufmerksame Wanderer bedanken sich vorweg für das uneigennützige Engagement.

In der verbleibenden Zeit wird der viel begangenen Weg bei den von weit her sichtbaren Reichbachfällen bearbeitet. Die freiwilligen Helfer mähen den Wanderweg, schneiden Gebüsch zurück und bauen neue Treppenstufen ein damit die Wanderer einen sicheren, bequemen Zugang zum imposanten Wasserfall haben. Auch die Teilnehmenden geniessen vom Einsatzort aus hoch über der Talsohle die fantastische Aussicht auf das unvergleichliche Grün des Brienzersees und auf die gegenüberliegenden Berge.

Was macht die Arbeitswoche so attraktiv?

Neben der Freude an der Natur und der Bereitschaft sich für ein gemeinsames Ziel zu engagieren schätzen die Teilnehmenden die langjährige Verbundenheit und Vertrautheit mit den lokalen Verantwortlichen und der Gegend. Durch die Arbeitswoche wächst die Freundschaft untereinander beim konkreten Pickeln und Schaufeln ebenso wie in der Freizeit und bei den gemeinsamen Mahlzeiten, mit denen das eigene Küchenteam die Wegarbeiter verwöhnt. Besonderes Staunen lösen regelmässig die mitwirkenden Jugendlichen bei den Wanderern hervor. Die vier Jungs sind bereit eine Ferienwoche herzugeben für einen gemeinnützigen Einsatz, der ihnen Spass macht und der ein sichtbares Ergebnis bringt. Neben der eigentlichen Arbeit erfahren die Unterländer immer viel über das Leben in den Bergen: Die Bewirtschaftung der steilen Hänge, die Attraktivität der Gegend für erholungsuchende Gäste, Interessantes zur alpinen Tier- und Pflanzenwelt. Lokale kulinarische Leckerbisse zählen ebenfalls zu den Schätzen der Arbeitswoche. Die Einheimischen bereiteten den Gränichern am offenen Feuer „Chäsbrätel“ zu. Den geschmolzenen Käse auf einem Stück Brot vor der majestätischen Bergkulisse zu verzehren schmeckt vorzüglich.

Teil der langjährigen Tradition ist, dass die Berner Oberländer mit Bergkäse, Meringues und Honig Ende November am Missionsbasar der Ref. Kirchgemeinde präsent sind. So freuen sich neben den diesjährigen Teilnehmenden auch viele Daheimgebliebene auf das Wiedersehen.

Sonja Widmer Wieckert

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