Leserbeitrag
Engagiertes Podium zum Betäubungsmittelgesetz

Die EDU Bezirk Aarau lud zum Podiumsgespräch in das Hotel Bären in Suhr. Zwei Politiker und zwei Mediziner führten eine lebhafte Diskussion

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Am 30. November stimmen wir über die Änderung des Betäubungsmittelgesetzes ab. Hierfür lud die EDU Bezirk Aarau zu einer Podiumsdiskussion ins Hotel Bären in Suhr ein.
Unter der kompetenten Leitung von Thomas Röthlin, Regionalredaktionsleiter Aargau West der Aargauer Zeitung, führten zwei Politiker und zwei Mediziner eine interessante und lebhafte Diskussion.
Als wesentliche Neuerung im revidierten Betäubungsmittelgesetz soll die Abgabe und Verabreichung von Betäubungsmitteln an Schwerstsüchtige gesetzlich verankert werden. Das neue Gesetz vertraten Daniel Wagner, Rechtsanwalt und Mitinitiant der Hanf-Initiative, Komitee Pro Jugendschutz, SP Basel-Stadt, sowie Dr. med. Thilo Beck, Chefarzt ARUD Zürich (Arbeitsgemeinschaft für risikoarmen Umgang mit Drogen). Die Ablehnung der neuen Bestimmungen verfochten Christian Waber, EDU Nationalrat Bern, und Dr. med. Daniel Beutler, medizinischer Leiter der Drogenentzugsklinik „Marchstein".

Ausstieg als Ziel?
Die erlaubte Heroinabgabe sei einer der Hauptgründe für die Ablehnung des Gesetzes, sagte Waber. Im neuen Gesetz sei nicht der Ausstieg aus der Droge oberstes Ziel. Damit leiste man den Süchtigen einen Bärendienst. Zudem entstünden immense Kosten, die der Steuerzahler zu tragen habe. Der Mensch und insbesondere die Jugendlichen bräuchten im Leben auch Leitplanken und Schranken.


Wieder «Platzspitz»-Verhältnisse?
Daniel Wagner warnte vor einer Ablehnung und prophezeite Zustände wie vor 30 Jahren, als Bürger und Polizei mit der offenen Drogenszene zu kämpfen hatten. Heute gehe es den Süchtigen doch relativ gut.
Der Arzt Thilo Beck beschrieb die Heroinabgabe als eine hochqualifizierte Behandlung/Therapie, welche nur bei Schwerstgeschädigten angewendet werde. Im Moment seien dies gesamtschweizerisch 1300 Personen. «Diese Menschen brauchen jetzt Hilfe und Unterstützung», so Dr. Beck.
Demgegenüber votierten die Gegner des revidierten Gesetzes, mit der behördlichen Abgabe der Drogen würden falsche Signale gesetzt. Dr. Beutler: «Das eigentliche Ziel, nämlich der Ausstieg aus der Drogensucht, kann nicht erreicht werden.» Hier sende der Staat ein falsches Signal aus.
Zum Abschluss motivierte der EDU-Bezirkspräsident, Pfr. Samuel Schmid: «Das letzte Wort haben Sie, liebe Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Schätzen wir unser Recht und gehen wir am 30. November zur Urne!» Mit der Bitte um Gottes Hilfe und Segen für die von Suchtproblemen Betroffenen und jene, die mit Betroffenen arbeiten, wurde ein aufschlussreiches und engagiert geführtes Podium beendet. (O. S.)

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