Leserbeitrag
Eine Institution wurde verabschiedet

Brigit Bolliger
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undefined Die Präsidentin Hannelore Zingg überreicht Reisegutscheine
undefined Die Katechetinnen Kathrin Hunziker und Monika Steinmann
undefined Auch bei den Jungen war das Sigristen-Paar beliebt
undefined Sie kamen in Scharen, um sich persönlich von Familie Misteli zu verabschieden
undefined Pfr. Ursina Bezzola, Präsidentin Hannelore Zingg, Brigit Bolliger, Pfr. Andreas Schindler, Otto Antenen und Doris Kohler von der Kirchenpflege

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„...und er zog weg, ohne zu wissen wohin.“ Mit einem Spruch aus der Geschichte von Genesis, Kapitel 12 eröffnete Ursina Bezzola den Gottesdienst, der ganz im Zeichen von Abschied, Umzug, Ende und Neuanfang stand. So wie Abraham von Gott gerufen wurde, all seine Habseligkeiten zu packen, und an einen neuen Ort zu ziehen, steht auch dem pensionierten Siegristen-Paar Paul und Annemarie Misteli ein Umzug bevor. Heute wie damals ist so ein Umzug zwar kein Honig-Lecken, doch mit Zuversicht und Gottvertrauen lässt sich so manche Hürde überwinden. So nahmen Pfr. Andreas Schindler und Ursina Bezzola das gemeinsam ausgegebene Abendmahl gerne als Symbol der Wegzehrung für den weiteren Weg aller Anwesenden. Gott soll allen nahe sein und jedem von innen heraus Kraft geben, sein Päckchen zu tragen.

Seit dem 7. Januar 1980 hatte sich die Familie Misteli für das Wohl der reformierten Kirchgemeinde Reinach-Leimbach eingesetzt. Mit Rat und Tat haben sie zum Gelingen von unzähligen Festen beigetragen, die gut 150 Kerzen am Weihnachtsbaum in der Kirche angezündet und für alle immer ein offenes Ohr und ein freundliches Wort gehabt. Wie viele Anekdoten gäbe es über die Mistelis zu erzählen. So erinnerte sich die Präsidentin Hannelore Zingg in ihrer Ansprache mit einem Schmunzeln an den einen Samstag, als sie sich bei Paul Misteli darüber beklagte, dass am kommenden Sonntag anlässlich der feierlichen Amtseinsetzung von Pfr. Andreas Schindler das feine Essen von unangenehm kalten Tellern zu essen sein müsste. Kurzerhand zimmerte Misteli daraufhin einen Wärmeschrank in Eigenregie und überraschte so anderntags wohl nicht nur die Präsidentin, sondern alle Anwesenden, die in den Genuss eines warmen Mittagessens kamen. Zum Dank für den unermüdlichen Einsatz konnten Paul und Annemarie Misteli Reise- und SBB-Gutscheine entgegennehmen, damit sie sich nach getaner Arbeit und den Strapazen des Umzugs bei einer schönen Reise erholen können.

Ursina Bezzola liess in drei Stichworten die vergangenen 15 Jahre Nachbar- und Freundschaft Revue passieren und fasste kurz zusammen, wofür Paul und Annemarie Misteli wohl in der ganzen Gemeinde bekannt sind: hilfsbereit, fleissig und stark. Nie hörte man sie sagen: „Ich kann jetzt nicht“, oder „Ich habe keine Zeit.“ Sogar der Aufbau eines voll funktionstüchtigen Brunnens mitten in der Kirche stellte für Misteli keine zu grosse Herausforderung dar.

Auch Pfr. Schindler und die Katechetinnen Kathrin Hunziker und Monika Steinmann bedankten sich herzlich und liessen durch Unterrichtsschüler rote Rosen überreichen, und so wurde das scheidende Siegristen-Paar unter Applaus verabschiedet.

Mit dem Hinweis auf die anstehende Kirchgemeindeversammlung vom kommenden Sonntag entliessen die Pfarrer Schindler und Bezzola die zahlreichen Anwesenden, und luden noch zum gemütlichen Apéro ins Kirchgemeindehaus ein. Ebenfalls Applaus erntete das überwältigende Ausgangsspiel der Organistin Verena Tschopp, welche mit Toccata von Bach dem gesamthaft bewegenden Gottesdienst noch den Punkt auf das „I“ setzte.

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