Leserbeitrag
Ein eindrückliches Abschiedskonzert, welches in die (Asper) Geschichte eingehen wird.

Romi De Ambrosis
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Während 45 Jahren stand die Musikgesellschaft Asp (MG Asp) unter der musikalischen Leitung von Robert Wernli-Flury. Was am 10. April 1972 mit einer ersten Probe als Dirigent begonnen hatte, entwickelte sich rasch zu einem erfolgreichen Zusammenspiel. Am letzten Samstag gaben die Musikantinnen und Musikanten ein letztes Konzert unter der Leitung von „Röbi“ Wernli. Er hatte für diesen Anlass aus der reichhaltigen musikalischen Schatzkiste der MG Asp einige Stücke ausgewählt, die ihm besonders am Herzen liegen.

Mit dem Einzugsmarsch aus der Operette „Zigeunerbaron“ löste sich die anfängliche Anspannung rasch und wich der Spielfreude aller Musikanten. Diese Spielfreude kam in der folgenden „Symphonie pour Musique Militaire“ von F.J. Gossec voll zur Geltung.

Für die „Sonatine“ von Carl Maria von Weger vertauschte Röbi den Taktstock mit dem Fagott. Er hatte das für vierhändiges Klavier geschriebene Stück für Bläser arrangiert. Zusammen mit seinem Musikerkollegen (und ehemaligen Aargauer Kripo-Chef) Urs Winzenried begeisterten die Beiden das Publikum mit ihrem Duett.

In „Latin Woods“ von Mario Bürki erklangen daraufhin moderne, rassige Rhythmen. Dabei ernteten die vier Klarinetten-Solisten Florin Windisch, Sandra Berger, Karin Rubin und Franziska Probst für ihr brillantes Spiel einen besonders grossen Applaus.

Verdientes Lob...

Zwar wünschte sich der abtretende Dirigent „keine grossen Abschiedsreden“. Doch Präsidentin Vreni Wernli liess es sich nicht nehmen, in ihrer Laudatio ein paar amüsante Rückblicke auf das reich-erfüllte Dirigentenleben von Röbi zu werfen. „Was Röbi für uns während der letzten 45 Jahren geleistet hat, kann nicht in kurzen Worten zusammen gefasst werden“, meinte die Präsidentin. Sie hatte ausgerechnet, dass er in dieser Zeit rund 2‘500 Proben und etwa 450 Marschmusik-Proben geleitet hatte. Mit ihm zusammen hat die MG Asp 45 Jahreskonzerte, 35 regionale Musiktage, 9 kantonale und 7 eidgenössische Musikfeste bestritten. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die rund 200 Geburtstags-Ständli und 28 „Metzgeten“. Röbi‘s Spontaneität, Motivation und Ideen, kurz seine Lebensfreude, sind immer wieder ansteckend.

Lebensfreude versprühte auch das folgende Stück „Schwabenland“ von Kurt Gäble. In dem von Christoph Walter arrangierten Volkslied „Chum über’s Mätteli“ begeisterten Remo Villiger mit seinem gefühlvollen Solo auf dem Flügelhorn und die Gast-Musikantin Diandra Russo mit ihrer jazzigen Einlage auf dem Saxophon.

... und dankbare Musikanten

Vor dem letzten Stück im Programm – „Abschied der Slawin“ von Wassili Agapkin – ehrten die Mitglieder der MG Asp ihren langjährigen Dirigenten noch mit Geschenken: Als Dank für sein grosses Engagement ernannten sie ihn mit einer Urkunde zu ihrem ersten Ehren-Dirigenten. Ein Foto-Buch mit vielen persönlichen Beiträgen soll einige der unzähligen Erinnerungen wach halten. Als besonderes Geschenk hat Lukas Briner, welcher seine Schlagzeug-Karriere in der MG Asp gestartet hatte und inzwischen als Drummer und Musikpädagoge arbeitet, für Röbi ein Musikstück komponiert. Zwar hat die Partitur noch keinen Namen – doch dies soll sich bis zur Erstaufführung am Jahreskonzert (am 11. November 2017) noch ändern. Auch für Röbis Hobby soll gesorgt sein: Für seinen künftigen „Fuchs-sicheren“ Hühnerhof spenden ihm die Musikanten die ersten Hühner.

Natürlich verlangte das Publikum nach diesem musikalisch wunderschönen Abend noch Zugaben, welche gerne gegeben wurden: Nach Tschaikowskis „Neapolitanischem Liedchen“ spielte die MG noch den für den Musiktag in Wittnau arrangierten Marsch „Bürli, Bürli, Rai ab; aber mit Beat und Sweet“ (Melodie-Grundlage: „Wittnauer Marsch“ von Kurt Brogli). Die Auftritte der MG Asp vom 17. Juni am Aargauischen Musiktag in Wittnau werden dann zum letzten Mal unter der Leitung von Röbi Wernli stehen. Danach wird die junge Musikerin Julia Benz vorübergehend den Taktstock führen, bis Anfangs 2018 ein neuer Dirigent die Nachfolge von Röbi Wernli übernehmen wird.

Die „Standing Ovations“ des begeisterten Publikums verdankten die Musikanten mit der allerletzten Zugabe, dem Marsch „Z‘Asp im Jura“. Nach diesem denkwürdigen Konzert lud die MG das Publikum zu einem abschliessenden Umtrunk in ihrem Übungslokal im Asper Schulhaus ein.