Leserbeitrag
Drei Generationen im freiwilligen Arbeitseinsatz

Gränicher engagierten sich für die Berggemeinde Schattenhalb

Ref. Kirchgemeinde
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Ein sinnvolles Engagement, und das erst noch freiwillig: 15 Frauen und Männer aus Gränichen setzten ihre Zeit und ihr Können während einer Woche für die Berggemeinde Schattenhalb ein. Die 17. freiwillige Arbeitswoche der reformierten Kirchgemeinde Gränichen war erneut ein Erfolg.

Sonja Widmer

Was veranlasst 15 Gränicher und Gränicherinnen, ihre Zeit und ihr Können eine Woche lang für eine Berggemeinde einzusetzen? Sich für eine sinnvolle Sache zu engagieren, bei der man die Ergebnisse sieht und Gemeinschaft zu leben zählen zu den Hauptmotiven für die Teilnahme an der 17. freiwilligen Arbeitswoche, organisiert durch die reformierte Kirchgemeinde Gränichen, in Schattenhalb. Diese Erwartungen erfüllten sich vollumfänglich, und Jugendliche und Senioren stellten am Ende der Woche fest: „Es waren schöne Tage. Gemeinsam verrichteten wir notwendige Unterhaltsarbeiten und sind dabei wie eine Familie geworden."

Gespannt erwartete die Gruppe aus Gränichen nach ihrer Ankunft am Sonntagabend den örtlichen Leiter des Arbeitseinsatzes, der die vorgesehenen Arbeiten vorstellte. Alle diesjährigen Teilnehmenden standen bereits früher ein- oder mehrmals in Schattenhalb im Einsatz und verfügten über gute Kenntnisse des Wanderwegnetzes. Auch die Flurnamen waren vielen geläufig und so war schnell klar, in welche Gebiete die geplanten Arbeiten führen werden.

Treppenstufen und Gebüsch

Gutgelaunt und motiviert ging es am nächsten Tag ab zum ersten Einsatz bei Reutsperri oberhalb von Kaltenbrunnen. Das benötigte Holz wurde vorgängig ins Gebiet geflogen und so trugen die Arbeitenden lediglich ihr Werkzeug hinauf. Während die einen beim steilen Wegstück Treppenstufen einbauten, säuberten die anderen eine Alpweide von Gebüsch. In den Pausen erfuhr die Gruppe vom Einsatzleiter viel Interessantes zu Themen der Alpenwelt, zur Bewirtschaftung der Alpweiden, zur Tierwelt und zu touristischen Aspekten. Beim Abstieg, nachdem alles Material verbaut war, wusste man die Bequemlichkeit der neuen Treppenstufen zu geniessen und freute sich am gelungenen Tageswerk.

Dem drüsigen Springkraut den Garaus gemacht

Glücklicherweise zeigte sich das Wetter stets freundlicher als angekündigt. So konnten alle Tage draussen anstehende Unterhaltsarbeiten ausgeführt werden. Trotzdem musste am nächsten Tag eine alternative Arbeit erledigt werden, weil der Boden zu nass und die vorgesehene Arbeit damit zu gefährlich gewesen wäre. So machten die Frauen und Männer einer Pflanze den Garaus, die eigentlich ganz hübsch anzusehen ist. Sogenannte Neophyten, standortfremde, exotische Pflanzen breiten sich vielerorts rasant aus und verdrängen einheimische Pflanzenarten.

Die Gespräche beim Arbeiten und in der Freizeit verbanden zunehmend Menschen und Generationen: die älteren Herrschaften erfuhren, was für die Jugendlichen ein „Knackerwitz" ist, und die Jungmannschaft rätselte über technische Fragen des Transporters, bis schliesslich ein Senior die Sache klärte. Unter kundiger Anleitung mit einer Motorsäge hantieren und Bäume fällen, deren Stämme gleich verwendet werden, machte den Jungs viel Spass. Die Älteren hingegen wussten es zu schätzen, wenn jüngere Beine im steilen, rutschigen Gelände das gefällte Holz für die Treppenstufen trugen. Jeder fand eine ihm entsprechende Aufgabe und trug damit zum gemeinsamen Werk bei.

Hand in Hand zügig voran

Die Woche fand ihren krönenden Abschluss bei der Bearbeitung des Wegstückes zwischen der Engelhornhütte (1910 m) und Rosenlaui. Beim anderthalbstündigen Aufstieg wurde das letztjährige Werk kritisch begutachtet. Oben angekommen, gingen die Instandstellungsarbeiten des neuen Abschnittes Hand in Hand zügig voran. Wanderer erkundigten sich verwundert nach dem Tun der freiwillig Arbeitenden, wenn sie diesen, ausgerüstet mit Pickeln, Schaufeln, Motorsäge, Benzinkanister, Vorschlaghammer, Hacken und Rechen, begegneten. Sie äusserten sich positiv zu diesem generationenverbindenden Engagement. Auch der Gemeindepräsident liess es sich nicht nehmen, den Gränichern persönlich zu danken für den sehr geschätzten, langjährigen Einsatz zugunsten seiner Gemeinde. Er und die Teilnehmenden hoffen, diese schöne Tradition auch nächstes Jahr fortzusetzen.

Bildlegende

Schattenhalb1.jpg

Die Pfähle werden zugespitzt - diese Arbeit machte den jungen Männern viel Spass. Foto: swi

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