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Die Männerturner unterwegs auf dem Herzstück des Grenzpfades BE-LU

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Die Männerturner unterwegs auf dem Herzstück des Grenzpfades BE-LU

Acht wanderfreudige Männer wagten sich Mitte April auf die längste Etappe des diesjährigen Langwanderprogramms von Huttwil über Ahorn – Obere Scheidegg – Hoch- und Niederänzi mit Abstieg ins Luthernbad. Das sind etwas mehr als 24 km mit 1020m Auf- und 770m Abstieg. Zudem musste im Aufstieg zum Hochänzi noch mit schneebedeckten Wegen gerechnet werden. Nach dem traditionellen Kaffee/Gipfeli startete die Gruppe in Huttwil (650m ü M) bei Sonnenschein, aber kühler Morgenfrische durch das Blumenstädtchen Richtung Nyffenegg. Der Wanderleiter erzählte uns hier etwas über die Geschichte und Geschicke von Huttwil, welches als kleines Gewerbestädtchen einen ausserordentlichen Ruf genoss, wovon auch heute noch die zahlreichen Gastronomiebetriebe zeugen. Heute sind von den ehemals über zwei Dutzend Wirtschaften noch fünfzehn in Betrieb. Drei Grossbrände, 1340 im Laupenkrieg, 1537 und 1834 zerstörten den Ort im oberen Teil des Tales der Langeten jeweils fast vollständig. Bei Hegen wurde die Kantonsgrenze Luzern-Bern erreicht. Bis die heutige Grenzziehung feststand, kam es über mehr als zweihundert Jahre immer wieder zu Scharmützeln zwischen diesen Kantonen, da Beide danach trachteten ihr Staatsgebiet auszudehnen. Eine Informationstafel berichtet aus dieser bewegten Zeit. Die Grenze wurde damals mit Bäumen und Sträuchern markiert, welche zum Teil heute noch bestehen.

Der längere Aufstieg zum Ahorn (1139m) führt grösstenteils durch den Wald und wurde von allen Wanderern gut bewältigt. So blieb Zeit für einen Besuch mit Umtrunk im Restaurant. Sogar eine Familie landete mit Helikopter auf dem Vorplatz, um die gute Aussicht ins Entlebuch und in den Jura zu geniessen. Der Weg führte ab jetzt fast immer der Kantonsgrenze entlang, mehrheitlich aufwärts aber auch mit kurzen steilen Abstiegen. Es ist das Herzstück des Grenzpfades mit lohnenden Aussichtspunkten. Beim Naturfreundehaus „Aemmital“ fanden wir einen idealen, von der Bise geschützten Rastplatz, den wir für die Mittagsrast nutzten. Nach einer guten halben Stunde mahnte der Leiter zum Aufbruch. Bei der Oberen Scheidegg (1235m)schweifte unser Blick hinüber zu den Tageszielen Hoch – und Nideränzi und auch der von Schnee bedeckte Napf, das Ziel der nächsten Etappe, liess sich zwischen den Bäumen ausmachen. Der folgende Aufstieg zum Hochänzi führte zum Teil über Schnee, der aber dank den noch unter dem Gefrierpunkt liegenden Nachttemperaturen gut zu bewältigen war. Auf dem Hochänzi (1339m) zeigte sich das Panorama der Berner-Alpen leider verhüllt, da die Wolkendecke aus dem Süden hinüberschwappte. Die Voralpengipfel Rigi, Pilatus, Schrattenfluh, Hohgant, Niesen, Stockhorn und Gantrisch waren gut auszumachen. Nach einer kurzen Rast folgte der schneebedeckte Abstieg zum Änzisattel und danach der letzten Aufstieg zum Nideränzi (1233m). Beim Abstieg zum Luthernbad zeigte sich über uns eine mächtige Schneewächte. Da wird noch mancher Liter Schmelzwasser zu Tale fliessen und die Luthern speisen. Nach rund acht Stunden, inklusive Rastzeiten, erreichten wir Luthernbad. Die Zeit reichte noch gut für einen Schlusstrunk im Restaurant Hirschen, bevor uns der PTT- Kleinbus zurück nach Zell brachte. Hier hatten wir Anschluss an die Bahn, welche uns via Huttwil und Langenthal zurück nach Olten brachte.

Von Roland Giger

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