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Die Expo 2015 und der Schweizer Pavillon - zwei gute Gründe für einen Mailand-Besuch

Hans-Christian Andermatt
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Als Messestadt, Modemetropole und Mekka für Opernfreunde hat Mailand kulturell eine Menge zu bieten. Weltberühmte Wahrzeichen sind Mailänder Scala und natürlich der Dom. Das imposante Bauwerk aus dem Spätmittelalter zählt mit Petersdom und Kathedrale von Sevilla zu den drei grössten Kirche des Christentums. Die Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie beherbergt mit Leonardo da Vincis monumentalem "Abendmahl" das wohl berühmteste Wandgemälde der Welt.

Beim Stadtbummel durch Mailand kann man die atemberaubende Aussicht vom Pirelli-Hochhaus geniessen. Nachtschwärmer haben die Qual der Wahl unter einer Vielzahl von Bars, Clubs und Discos. Das wären schon genügend Gründe für einen Mailand-Besuch. In diesem Jahr kommt mit der Expo 2015 ein weiterer hinzu.

Eine Weltausstellung mit Nährwert

Nach 109 Jahren richtet Mailand seine zweite Expo aus und greift mit dem Motto "Feeding the Planet" ein brisantes Problem auf: Wie soll die wachsende Weltbevölkerung im 21. Jahrhundert ernährt werden? 144 Nationen und zahlreiche NGOs (Nichtregierungsorganisationen) stellen Lösungen für umweltschonende Landwirtschaft und nachhaltige Lebensmittelproduktion vor. Länder ohne eigenen Pavillon zeigen in einem der neun Cluster ihren Beitrag zu folgenden Schwerpunkten:

Reis: Überfluss und Versorgungssicherheit

Kakao & Schokolade: Speisen der Götter

Kaffee: Antriebsmotor für Ideen

Obst & Gemüse

Die Welt der Gewürze

Getreide & Knollenfrüchte: alte und neue Sorten

Der Mittelmeerraum als Schmelztiegel

Inseln: Meer und Nahrungsquellen

Landwirtschaft in Trockengebieten

Der Schweizer Expo-Pavillon beschenkt seine Besucher

Als markante Wahrzeichen des Pavillons ruhen vier Türme auf beweglichen Plattformen. Sie sind mit Wasser, Äpfeln, Salz und Kaffee gefüllt. Die Besucher dürfen sich beliebig bedienen. "Confooderatio Helvetica" heisst das Projekt, und seine Kernaussage lautet: "Die Erde schenkt uns eine Fülle an Nahrungsmitteln, doch die Ressourcen sind nicht unendlich." Jedem, der einen Becher Wasser oder eines der 420.000 Säckchen mit getrockneten Apfelringen entnimmt, wird diese Begrenztheit vor Augen geführt. Durch die Entnahme leeren sich die Türme, werden abgesenkt und verändern die Gesamtstruktur des Schweizer Pavillons.

Dass die verfügbare Menge an sauberem Trinkwasser - unserem wichtigsten Lebensmittel überhaupt - begrenzt ist, zeigt auch der Expo-Beitrag der Gotthardkantone. Graubünden, Tessin, Uri und Wallis beleuchten dieses Problem in ihrer Ausstellung "Wasser für Europa". Bei grossem Besucherandrang könnte der Zugang zu den Türmen limitiert werden. Daher empfiehlt sich eine rechtzeitige Organisation des Besuchs.

Im Schweizer Pavillon werden zudem eine grosse Anzahl an Veranstaltungen und Events angeboten. So finden mehrere Workshops zum Thema Schokolade statt. Darin wird alles zur süssen Köstlichkeit von der Produktion, über die Geschichte bis hin zu aktuellen Entwicklungen vorgestellt. Hier sind auch Unternehmen aus dem Badener Land, wie Benrain oder Frey vertreten.

Tipps für Anreise und Übernachtung

Von Lugano, Genf, Basel oder Zürich lässt sich Mailand bequem mit der Bahn erreichen. Pauschalangebote der SBB beinhalten Fahrkarte, Übernachtung und Expo-Ticket. Selbstfahrer sollten ebenfalls in Mailand übernachten, um Stadtbummel und Expo-Besuch entspannt zu geniessen. Wem das Thema "Nachhaltigkeit" wichtig ist, der wird sich im Starhotel E.c.ho wohlfühlen. Baubiologische Aspekte und niedriger Energieverbrauch überzeugen ebenso wie die zentrale Lage. Auch das Hotel "Sempione" liegt unweit vom Hauptbahnhof Mailand Centrale. Von dort aus ist man mit der Metro in wenigen Minuten am Dom und mit dem Zug in einer Viertelstunde auf dem Expo-Gelände Rho Fiera Milano.

Fazit

Bis zum 31. Oktober 2015 haben wir eine Weltausstellung direkt vor ihrer Haustüre. Wer sich dieses einmalige Erlebnis nicht entgehen lassen will, sollte möglichst bald nach Mailand kommen. Gegen Ende der Expo dürften die Warteschlangen vor den Pavillons länger werden.

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