Leserbeitrag
Die Bezirksschule Brugg reist um die Welt

Marcel Siegrist
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Schon Wochen im Voraus begann das grosse Werkeln für das alljährliche Schülerfest, welches am 2. Februar 2017 stattfinden sollte. Jede Klasse suchte sich ein Land mit einer dazugehörigen Aktivität oder passendem Essen aus. Ihr Klassenzimmer sollte ganz im Stile dieses Landes geschmückt werden. Von dem weit entfernten sonnigen Hawaii bis zum kalten Norwegen war alles vertreten. Das Ziel des Festes: möglichst viele Nationen zu repräsentieren und ein buntes Schülerfest auf die Beine zu stellen.

Am Morgen der Fete herrschte noch normaler Schulalltag, nichts deutete auf den bevorstehenden Anlass hin. Doch am Nachmittag war die Schule nicht mehr wiederzuerkennen. Es musste jetzt alles schnell gehen, denn es blieben nur wenige Stunden, das Schulhaus zu dekorieren. Lehrer wie Schüler wuselten emsig umher und gestalteten gemeinsam die Klassenzimmer um. Und so wurde langsam aus einer gewöhnlichen Schule ein Farbenspiel verschiedenster Länder. Noch kurz den Eintrittsstempel geholt, um abends dann auch eingelassen zu werden, und ab ging es nach Hause! Beim hübsch machen war Eile geboten, da das Spektakel um 19 Uhr beginnen sollte. In Gruppen trudelten die Schülerinnen und Schüler ein und schauten sich gespannt um, was es dieses Jahr so zu entdecken gab.

Im Foyer, kaum zu übersehen, hiess der Stand „l’étal des roses“ die Besucher herzlichst willkommen. Mit Blumenlichterkette, Herz-Girlande und grossem Eiffelturm repräsentierte er auf sehr romantische Weise Frankreich. Dieser „Röselistand“ ist Tradition und trotzdem jedes Jahr einer der beliebtesten Stände. Verständlich, bekommt denn nicht jeder gerne Rosen geschenkt? Auch die Brunnenbar hat Tradition an der Bezirksschule Brugg, nur dass sie diesmal den Namen „Tiki-Bar“ trug. Ganz im Stile von Vorbildland Hawaii strahlte sie südländisches Strandfeeling aus und wurde so ihrem Namen gerecht. Folgte man den zahlreichen Schildern in die oberen Stockwerke, fiel der Blick direkt auf die amerikanische Flagge und die dahinterliegende Bowlingbahn. Gleich daneben lockte einen der Duft frisch zubereiteter Fajitas nach Mexiko. Wer lieber etwas Süsses wollte, wurde ebenfalls nicht enttäuscht. Bei den „internationalen Desserts“ fand jedes Schleckermäulchen wie im Schlaraffenland die passende Süssigkeit. Doch auch das im Untergeschoss gelegene Norwegen hatte kulinarisch viel zu bieten: Zuckerwatte und herzhafte Hotdogs erfreuten sich grosser Beliebtheit. Im nahegelegenen Velokeller konnte man für kleines Geld tun, was sonst verboten ist. Wer beispielsweise keine Rose von seinem Liebsten bekommen hatte, sonstigen Frust loswerden wollte oder schlicht Lust hatte, sich auszutoben, für den kam dieser Stand gerade recht. Berge von Geschirr standen bereit, um zerschlagen zu werden.

Das Klirren des Geschirrs wurde durch die Bässe der gegenüberliegenden Disco noch übertönt. Das Zimmer, in welchem für gewöhnlich der Kunstunterricht stattfindet, war gar nicht mehr wiederzuerkennen. Die Fenster und Schränke wurden mit schwarzen Tüchern zugehängt, bunte Lichter flackerten durch den ganzen Raum. Die Stimmung war entsprechend ausgelassen. „Das Schönste ist, dass wir hier alle zusammen sind und einen tollen Abend verbringen“, fand Schülerin Albulina Dacic. „Man merkt gar nicht mehr, dass es eine Schule ist. Es fühlt sich an, als würde man durch die ganze Welt reisen. Nur ohne Jetlag!“ erklärte Liv Antonsen und ihre Freundinnen nickten zustimmend.

Für viele hätte der Abend noch ewig weitergehen können; doch nach und nach fanden auch die letzten Rosen ihre Abnehmer und wurden auch die vermeintlichen Ladenhüter des Foodsortiments über die Theke gereicht. Ein aufregender Tag ging zu Ende. Um halb elf war dann, unter grossem Bedauern der Schülerinnen und Schüler, endgültig Schluss. Am darauffolgenden Tag standen nur noch die Zeugnisvergabe und das Aufräumen auf dem Plan. Dieses Schülerfest war definitiv ein gebührender Start in die Skiferien!

Emilia Lafleur