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Der Männerchor Spreitenbach auf Reisen...

Werner Weinreich
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-4 Kloster Ettal, Destillerieführung.JPG

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Ein Geigenbauer investiert ca. 200 Arbeitsstunden um eine Geige zu bauen. Wenn er einen Fehler macht, hat er nur teures Brennholz hergestellt. Dies und vieles mehr erfuhren die Sänger des Männerchor Spreitenbach und des Sängerbundes Würenlos zusammen mit ihren Partnerinnen auf der dreitägigen Chorreise ins Tirol und Allgäu. Aber alles der Reihe nach:

Am Freitag, 22.8.2014 begann die Reise bei schönem Wetter am frühen Morgen in Spreitenbach. Nach einem Kaffeehalt in St. Margrethen durchquerten wurden endlos viele Tunnels auf dem Weg nach Landeck und Innsbruck durchquert. Zügig und staulos erreichten wir Rattenberg. Die malerische Altstadt präsentierte sich in ihrem ganzen Charme, die Bäche waren teils offen, teils überdeckt, auch der grüne Inn ist immer hörbar.Die Häuser wiesen viele schöne Malereien auf, waren gepflegt, gut in Stand gehalten, mit originellen Schildern gekennzeichnet. Wenige Schritte weiter erwartete uns die traditionsreiche Konditorei Hacker zu einem Imbiss. Hier wurde uns in einer Life-Demonstration gezeigt, wie rasch ein Wiener Apfelstrudel hergestellt werden kann.

Einige Schlenderschritte wurde die Glasbläserei Kisslinger besucht. Die kurze Führung zeigte uns viel Wissenswertes über dieses Handwerk. Im als Museum dekorierten Laden gab es hübsche Gläser, originelle Vasen und andere interessante Glaswaren, die man natürlich auch erstehen konnte. Unsere Fahrt sollte uns nach einem kurzen Flanieren durchs Dorf mit der Karwendelbahn nach Mittenwald führen. Ein Stück der Bahngeleise wurden aber just jetzt ersetzt und so gab es eine Improvisation: Bus nach Jenbach und dann erst die Bahnfahrt entlang der steilen Flanke des Inntales. In Mittenwald , wo in der Altstadt im Hotel Post unsere Zimmer reserviert waren, wartete nach dem Nachtessen eine musikalische Überraschung auf uns: Eine 3-Mann Band: Mit Zither, Wienergitarre (2 Hälse) und Harmonika war bald eine Bombenstimmung im Haus.

Am nächsten Morgen mussten wir mit unseren Schirmen bewaffnet zum nahegelegenen Geigenbau-Museum marschieren. Herr Klotz, seines Zeichens in achter Generation Geigenbauer, erläutert uns, was es alles braucht, um ein wertvolles Instrument handgefertigt zu bauen: Fichten oder Ahorn sind die beiden geeigneten Hölzer. Sie werden in kleine Holzblöcke gesägt, gestapelt und 15 Jahre getrocknet. Dann erst kann der Geigenbau beginnen. Nach Wunsch des Künstlers, der die Geige bestellt, versucht er eine Geige nach den grossen, alten Künstlern Stradivari, Amati oder Guarneris nachzubauen, oder ein Original nach Klotz zu fertigen. Wie bereits beschrieben, kann sich der Geigenbauer keinen Fehler erlauben, wenn er nicht teures Brennholz schaffen will. Der Car brachte uns am Nachmittag zum Kloster Ettal, wo uns Pater Ruprecht mit humorvollen Worten vor der Basilika begrüsste und durchs Kloster führte, die Geschichte der vielen Gemälde, Altäre und der grossen Orgel erläuterte und uns die Sakristei mit den vielen Intarsien belegten Schränken zeigte. Ein verschnupfter, schnupfender Pater erwartete uns in der Klosterdestillerie, erklärte vergnügt die Wirkung verschiedener Kräuter aus eigenem Garten und der ganzen Welt, die alles heilen, besonders, wenn daraus feine Liköre hergestellt werden. Natürlich gab es auch verschiedene Kostproben, die unweigerlich zur finanziellen Unterstützung des Klosters, dem eigentlichen Sinn der Destillerie, führten.

Am Morgen des dritten Tages wurde ein reichhaltiges Frühstücksbuffet genossen. Sobald alles Gepäck geladen war, fuhren uns Fredy Aeschimann von Fredy’s Busreisen Würenlos Richtung Schloss Linderhof, wo sich alle an einer Führung anschlossen. König Ludwig II lebte nur kurz, 1864 bis 1886, vollbrachte in dieser Zeit aber vieles, baute dieses Schloss nach französischem Vorbild, mit einem riesigen Spiegelsaal, blauem, übergrossem Schlafzimmer, dem originellen Esszimmer. Darin war ein „Tischlein deck dich“, ein Esstisch, der wie ein Lift im unteren Stockwerk gedeckt und dann zu den königlichen Gemächern hochgehoben werden konnte. So wurde der König nicht durch die Anwesenheit seine Diener gestört.

Eine schöne Fahrt am Plansee vorbei über Reutte durchs malerische Tannheimertal im Tirol, Immenstadt im Allgäu und Bad Oberstaufen brachte uns ins Restaurant Ochsen in Sulzberg in Oesterreich. Bei herrlicher Aussicht auf die Alpen verköstigten sich alle mit Kaffee und Kuchen (hausgemacht) oder Zvieriplättli. Nach knapp zwei Stunden verabschiedeten wir uns von diesem schönen Aussichtspunkt, fuhren via Bregenz nach Lustenau und nach Spreitenbach.

Die wunderschöne Reise, perfekt organisiert und betreut von unserem Sängerkameraden Werner Weinreich, dem wir an dieser Stelle ganz besonders danken möchten, fand gegen 20:00 Uhr ihr Ende. (LEK)

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