Leserbeitrag
Cannabis im Hemp

Diesen Donnerstag fand im Jugendkulturhaus Hemp ein Podiumsgespräch statt. Das Gespräch drehte sich um das Thema Cannabis. 7 Personen, aus 7 verschiedenen betroffenen Bereichen, diskutierten die politischen, rechtlichen, gesundheitlichen und die sozialen Aspekte von Cannabis.

Marcel Siegrist
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Das Hemp war gut gefüllt mit Jugendlichen und Erwachsenen, als Jugendarbeiterin Vanessa Soland pünktlich um 19.00 die Diskussion eröffnete. Die Vertreter aus der Politik, Justiz, Polizei, Drogenprävention, Medizin und ein ehemaliger Konsument erklärten ihren Bezug zum Thema und nahmen Stellung zu den Anregungen von Vanessa Soland und zu den Fragen des Publikums. Es war eine sehr angenehme Diskussion, da jeder Teilnehmende frei sprechen konnte. Es wurde auch sehr schnell ein guter Konsens gefunden.
Im Vordergrund des Gesprächs standen die medizinischen Folgen und eine allfällige Legalisierung von Cannabis in der Schweiz. Dr. Thomas Lüddeckens wies darauf hin, dass das alleinige Konsumieren von Cannabis nur höchst selten psychische oder physische Schäden auslöst. Er führte aus, dass Cannabis meistens ein Verstärker einer schon vorhandenen psychischen Krankheit sei und nur wenige Personen körperliche Entzugserscheinungen bekämen. Nationalrat Geri Müller wies das Publikum vermehrt auf eine Legalisierung und deren Vorteile hin. Er befürwortet einen legalen, offenen Umgang mit der Droge, damit die Jugendlichen ihre Erfahrungen abseits der Kriminalität machen könnten. Fahndungspolizist Kurt Wiederkehr und Jugendanwalt Stefan Kohler erklärten die Ausführung ihrer Arbeit und den klaren staatlichen Auftrag, gegen Cannabiskonsumenten vorzugehen. Die Beauftragten der Suchtprävention Marlies Alder und der Schulsozialarbeit Dominik Egloff erklärten das Verhalten der jugendlichen Konsumenten und deren häufig vorkommenden Probleme. Der ehemalige Konsument gab dem Publikum seine eigenen Erfahrungen preis.
Einig war man sich im Allgemeinen darüber, dass Cannabis zwar weniger stark als Alkohol, aber trotzdem schädlich ist. Der häufige Cannabiskonsum ist Realität und kann nicht mit gesetzlichen oder erzieherischen Massnahmen verhindert werden. Die meisten Jugendlichen hören aus eigener Entscheidung auf oder legen einen geregelten Konsum fest. Die Eltern sollten mit ihren Kindern das Gespräch suchen und ihre Ansichten klar übermitteln. Die Präventionsbeauftragten werden weiterhin mit den Jugendlichen an ihren Problemen durch die Forcierung ihrer Stärken arbeiten. Der Abend war sehr informativ, weil offen und sachlich über das stark polarisierende und heikle Thema diskutiert wurde. Die anwesenden Gäste konnten sich so ein objektives Bild von Cannabis machen. Wir freuen uns auf weitere informative und interessante Themen im Hemp. brm