Leserbeitrag
Bettwiler Seniorenturner in der Ostschweiz

Hans Bernhard
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-beh- Bei schönem Sommerwetter starteten am Donnerstag, 17. August 2017 um 08.00 Uhr beim Chäsiplatz die Seniorinnen und Senioren der Turngruppe Bettwil mit ihren Gästen zum traditionellen Ausflug. Dieses Jahr waren die Kantone Thurgau, Schaffhausen und Zürich an der Reihe. Über Mägenwil, die A1 nach Wängi zur von der Kirchgemeinde offerierten Kaffeepause im Landgasthaus „Landhaus“. Einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen hat bei allen Senioren die Baustellen A1 nach dem Gubrist Tunnel. Über das, was da gebaut bzw. verbaut wird, gab es meistens nur ein Kopfschütteln. Nach der Kaffeepause orientierte Hans während der Weiterfahrt via Münchwilen- Affentragen-Herdern-Bornhausen nach Klingenzell über den Ort „Klingenzell“ mit der Wallfahrtskapelle und Lourdesgrotte. Interessantes gab es aber auch über den Bodensee, Seerhein und Untersee zu hören. Die Fläche, Tiefe und Grenzverträge der Anrainerländern sowie den speziellen Schifffahrtsvorschriften waren für viele etwas Neues. Die Aussicht von Klingenzell auf den Untersee und das vis à vis in Deutschland gelegene Öhningen warf immer wieder die Frage auf, wo liegt die Landesgrenze sowohl im See als auch auf dem Land. Während dem Mittagessen im Restaurant „Klingenzellerhof“ gab es Gespräche über das, was auf der Fahrt gesehen wurde und über die bevorstehende Schifffahrt auf dem Rhein von Stein am Rhein nach Schaffhausen. Die Orientierung von Hans war gespickt mit seinen Jungenderlebnissen. Er war viele Jahre Mitglied im Pontonierfahrverein Schaffhausen und kennt die Rheinstecke sehr gut. Dass die Kursschiffe nicht einfach in der Flussmitte talwärts fahren, hat seine Gründe. Die Schifffahrtsrinne wird markiert durch die weiss-grüne Schifffahrtszeichen, die sogenannten Wiffen und die leiten die Schiffe um die unter der Wasseroberfläche liegenden Findlinge. Diese Findlinge, hauptsächlich im oberen Teil zwischen Stein am Rhein und Diessenhofen liegend, tragen verschiedene Namen was zu einigem Schmunzeln Anlass gab. Der Apfelfresser, Fahrkopf, Mörder, Salzfresser, Wellenstein und Wucherstein haben ihren Ursprung in Vorkommnissen. So zum Beispiel der „Mörder“, er gilt als eines der heimtückischsten Hindernisse im Rhein und bekannt als Ursache vieler Unglücksfälle, daher auch der Name. Der „Haltingerstein“ gilt als Grenzstein No 1 zwischen der Schweiz und Deutschland bei Büsingen und das schon seit ca. 1839. Vor der Durchfahrt unter der Holzbrücke von Diessenhofen wurde das Sonnendeck abgesenkt und die Aufforderung, in verschiedenen Sprachen, sitzen zu bleiben, war doch etwas komisch für die „Landratten“ aus dem Aargau. Als jedoch das Schiff unter der Brücke hindurchfuhr, wunderte sich niemand mehr, war doch der Abstand zwischen Deck und Brücke nicht sehr gross. Wie oft wird nach dem „Seniorenessen“ das Lied vom „Munotglöckelein“ gesungen, die Festung gesehen haben aber noch nicht alle. Als kurz nach passieren des ehemaligen Grenzhäuschens zwischen Schaffhausen und Büsingen der Munot auftauchte, hörte man oft „oh lueg do dä Munot“. Dass Schaffhausen früher ein wichtiger Umschlagplatz für Salz aus Bayern und dem Tyrol war, das in den historischen Gebäuden „Salzstadel“ und „Güterhof“ gelagert wurde, gehörte ebenfalls zu Orientierung. Der kurze Aufenthalt in Schaffhausen wurde genutzt um durch die schöne Altstadt zu schlendern. Auf der Weiterfahrt via Neuhausen-Rafzerfeld-Bülach-Steinmaur zum Zvierihalt im Restaurant Frohsinn in Würenlingen wurden die Liederwünsche von den ausgelosten Senioren gesungen. Die Fahrt gestaltete sich ruhig, spürten doch einige bereits etwas die lange Reise. Dass die Schweiz klein ist, zeigte sich während dem Zvieri. Als ein Gast fragte wohin wir noch fahren müssten, reagierte er auf die Antwort nach Bettwil mit „det känn i auo no eine, dä alti Poschthalter“! Dass dieser schräg hinter ihm gesessen hat, bemerkte er nicht und entsprechend war dann auch die Begrüssung der beiden. Zurück nach Fahrwangen bzw. Bettwil führte die Schlusetappe über Brugg-Birrfeld und Dottikon. Mit dem Dank an die beiden Organisatorinnen Vreni und Edith sowie an den traditionsgemäss zu unserer Reise gehörende Chauffeur Urs Teufer endete ein interessanter und sehr schöner Ausflug.

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