Leserbeitrag
Beim Konzert der Musikgesellschaft Konkordia Balsthal standen Schlösser im Zentrum

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"Schlösser oder Ruinen, da ist Balsthal eine gute Adresse. Und wenn sich auch noch ein Jubiläum aufdrängt - Balsthal feiert dieses Jahr das 1050-Jahr-Jubiläum - dann ist die Verbindung zu den Schlössern oder Ruinen gegeben", fand der musikalische Leiter Hans Burkhalter (Zuchwil). Deshalb wählte er für das Winterkonzert in der Reformierten Kirche in Balsthal passende Werke aus. Mit der festlich anmutenden, wuchtigen "Fanfare Festive" des österreichischen Komponisten Michael Geisler eröffnete die MG Konkordia das Konzert vor vollbesetzten Rängen. Anlässlich des Dorfjubiläums hat die Konkordia zwei Stücke des Balsthalers Gustav Bloch ins Programm aufgenommen. Den Festmarsch "Palcivalle", der für die 1000-Jahr-Feier in Balsthal geschrieben wurde, hat der Verein im Herbst 2018 am Blasmusikfestival am Wilden Kaiser im Tirol aufgeführt. Nun kam das Publikum am Winterkonzert in den Genuss von "Serena", einem Abendständchen, das bestimmt schon längere Zeit niemand mehr gespielt hat. Die Holzblasinstrumente, insbesondere die Klarinetten, haben in dieser Komposition ihren besonderen Part.

Solist Andreas Schwab brillierte auf der Klarinette

In nur drei Tagen hat im Jahr 1811 Carl Maria von Weber das "Concertino Opus 26" komponiert. An der Uraufführung war sogar der König Maximilian I. von Bayern persönlich anwesend. Der vereinsinterne Solist Andreas Schwab spielte das "Concertino" auf der Klarinette virtuos. Auch die höchsten Töne gelangen ihm sauber und rasche Sequenzen intonierte er meisterlich. Schon während seiner Zeit an der Kantonsschule Olten vor vielen Jahren spielte er dieses Werk mit Klavierbegleitung an einem Konzert. Nun wagte er es wieder, aber diesmal begleitete ihn gar ein Harmonie-Blasorchester. Er vermochte mit dem Klang und seiner Technik vollends zu begeistern und erntete tosenden Applaus des Publikums. Mit "Magnolia" des belgischen Komponisten Bert Appermont, einer einfachen Choralmelodie, wurde das Konzert fortgesetzt. Nebst dem Klarinettenkonzert warteten noch zwei weitere musikalische Höhepunkte auf die Konzertbesucher. Bei "Of Castles and Legends" von Thomas Doss wurde musikalisch eine ganze Geschichte erzählt. Die Legende berichtet von einer weissen Jungfrau auf der Kugelsburg, die von einem Turm in den Tod stürzte, um der Vergewaltigung durch einen ruchlosen Raubritter zu entgehen. Bis heute geistert sie angeblich als guter Geist durch die alten Gemäuer der Kugelsburg im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Nordhessen. So kamen in diesem Werk markante, imposante Glockenklänge, Trommelwirbel, Pferdegetrampel und auch höfische Tänze vor. "La sera sper il lag" des Bündners Gion B. Casanova beschreibt die Stimmung an einem See, wo man in der Ferne den Klang von Glocken einer Kirche wahrnimmt. Der dritte Höhepunkt des Konzertes war "Castellum" von Mario Bürki. Auf dem "Chästeliacher" bei Pratteln wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Überreste eines römischen Gutshofes gefunden. "Castellum" beschreibt, wie sich Mario Bürki das Leben in jener Zeit vorstellte. Typisch bei Bürki kommen unerwartete Rhythmus-Wechsel und zuweilen bizarre, gar quere Töne vor. Dem Blasorchester wurde alles abverlangt, es bewältigte jedoch diese musikalische Herausforderung bravourös. Der langanhaltende Applaus des Publikums bewies, dass das Winterkonzert mit den drei besonderen Höhepunkten gefiel und die Leistung der MG Konkordia war hervorragend. Als Zugabe erklang "Amazing Grace", in einer ganz speziellen Version gespielt. Celina Grolimund (Fulenbach) führte mit fundierten Kommentaren zu den einzelnen Kompositionen in frischer und natürlicher Art durch das Programm. Präsident Marcel Heutschi zeigte sich sehr erfreut über das grosse Interesse am Konzert und dankte dem Dirigenten Hans Burkhalter für die immer wieder originellen Ideen für ein Konzert.