Leserbeitrag
Bannwanderung - im Banne des Schinbergs

Peter Staub
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Gebantte Aufmerksamkeit für Alt-Förster Josef Binkert
Herrliche Grilladen für unermüdliche Wanderer
die auch den Schatten geniessen

Im Banne des Schinberg

Bannwanderung des Verschönerungsvereins Kaisten

PSH. Bei strahlendem Mai-Wetter versammelten sich gegen siebzig Wanderfreunde von Kindern bis zu sportlichen Senioren beim Werkhof Stalden in Ittenthal. Der neue Präsident des VVK, Peter Staub-Hunger begrüsste nebst den erwartungsvollen Gästen die beiden Gemeinderäte Willy Burkhalter und Stefan Moser und stellte den Referenten des Tages, den ehemaligen Förster von Üttlete und Laufenburg, Josef Binkert vor.

Damit war der Startschuss gegeben zu einer gemütlichen aber äusserst informativen Wanderung zum höchsten Punkt im Gemeindebann Kaisten-Ittenthal, dem Schinberg oder Schümberg, wie ihn die Einheimischen nennen. Josef Binkert stellte in einem ersten Teil „seinen“ Wald und dessen vielfältigen naturgegebenen Besonderheiten vor. Der Baumbestand, zu dem nebst rekordhohen Douglasien und dem grössten reinen Buchenwald im Kanton Aargau ein vielfältiger Mischwald gehört, ist das Produkt der kalkreichen Bodenbeschaffenheit einerseits und wirtschaftlichen Überlegungen andrerseits. Stolz wies der Förster darauf, dass mit den Holzpreisen früherer Jahre die Waldpflege selbsttragend war und die nötigen Waldtrassen gebaut werden konnten. Das Baumaterial dazu fand sich in der grossen Mergelgrube auf halbem Weg zum höchsten Punkt. Der Bau dieser Waldstrassen war eine echte Herausforderung, denn der Schinberg ist ein äusserst lebendiger Berg. Sein geologischer Untergrund begünstigt das Abrutschen vieler Hektaren Wald- und Wiesland, wie in den Jahren 1924-26 beim Säuloch oberhalb Ittenthals oder im Jahr 1939 ob der Chesselmatt nahe dem Sulzerberg.

Um die zwanzig kleinere und grössere Militär-Bunker liegen verstreut im Gemeindebann. Besonders interessierten die runden Bauten und die dazu gehörenden über 160 Meter langen befahrbaren Stollen, die zu Beginn des Zweiten Weltkrieges gebaut, zum Glück aber nie im Ernstfall gebraucht wurden. Diese dienen nun noch als Winterquartier für Fledermäuse. Einer der Bunker bildet ein solides Fundament für einen Hochsitz der Ittenthaler Jäger. Mit grossem Applaus bedankten sich die Bannwanderer beim Referenten für die fundierte, und lebendig vorgetragene Wissensvermittlung.

Mit etwas Verspätung auf die Marschtabelle wurde der topografische Höhepunkt der Wanderung erreicht, wo ein reich gedeckter Tisch zum stärkenden Apéro mit Käse, frischem Brot und einer reichen Getränkeauswahl einlud.

Viola, die jüngste Teilnehmerin durfte als Patin den Gedenkstein enthüllen, mit welchem der VVK an sein achtzigjähriges Bestehen erinnert. Mit fröhlichem Applaus wurde der wunderschöne Jurakalkstein aus der Mergelgrube Chinzhalde eingeweiht.

Der Duft gegrillter Steaks und Würste wies den Weg zum zweiten Tageshöhepunkt beim Jagdhaus Vortann. Ein eingespieltes Team unermüdlicher Helfer unter der Leitung des neu gewählten Verpflegungschefs, Hans Sutter, verwöhnte die Wanderer, die in diesem Augenblick keinerlei Müdigkeit zeigten. Bei vielen lebhaften Gesprächen fand eine weitere erfolgreiche Bannwanderung des Verschönerungsvereins ihren Abschluss.

Text: Peter Staub-Hunger

Fotos: Peter Staub-Hunger