Leserbeitrag
Auf den Spuren von Bruder Klaus

Angehörige der Pfarrei St. Sebastian von Wettingen pilgerten in den Flüeli Ranft

Drucken
Teilen

Die grosse Wallfahrtsfamilie mit 80 Personen musste sich in Sachseln entscheiden, mit dem Reisecar direkt bis Flüeli zu fahren oder der nassen Witterung zu trotzen und den Pilgerweg in Angriff zu nehmen. Fast die Hälfte der illustren Pilgergruppe nahm die Strapazen des Anmarsches auf sich. Sie kehrten unterwegs zu kurzen Besinnungen in der St. Katharina- und Lourdeskapelle ein, währenddem die übrigen Teilnehmer, vor allem reifere Jahrgänge, Gelegenheit hatten, sich mit einem eindrücklichen Film über das Leben von Niklaus von der Flüe auf das Tagesthema einzustimmen.

Das Programm bot viel Spielraum für Ruhe, Besinnung sowie Besichtigungen des Wohn- oder Geburtshauses von Bruder Klaus, der Oberen und Unteren Ranftkapelle oder der Wohnzelle des Einsiedlers. Höhepunkt aber war der Gottesdienst in der Flüeli-Kapelle. Mitglieder des Pfarreirates hatten ihn gemeinsam mit ihrem Priester Hermann Kolly vorbereitet und wirkten mit. Anstelle einer Predigt bekamen die Wallfahrer einen Dialog aus dem Buch „Ganz nah und weit weg" von Klara Obermüller, der Schweizer Schriftstellerin, verfasst, zu hören. Ein Dialog, der das schwere Schicksal von Dorothea, der Ehefrau von Bruder Klaus, vor Augen führte und die Anwesenden tief beeindruckte. In diesem fiktiven Gespräch versucht die Autorin die Gedanken und die Stimmung von Dorothea und Bruder Klaus nachzuzeichnen: Wie fand diese Frau aus Angst und Ratlosigkeit über das Weggehen ihres Mannes heraus zu einem aktiven Ja, das aus tiefer Liebe gewachsen ist? Diese Zustimmung seiner Frau machte es Niklaus von der Flüe erst möglich zum grossen Friedensstifter aus dem Ranft, zu einem heiligen Mann zu werden.

Am Nachmittag anerbot sich der Visionenweg, der 1991 zum Jubiläum 700 Jahre Schweizerische Eidgenossenschaft eingeweiht wurde, zur Begehung. Hier hatte man Gelegenheit zum Meditieren und zur stillen Betrachtung der sechs Zeichen. Der Weg beginnt beim Geburtshaus in Flüeli und endet am Grab in Sachseln.
Bevor die Teilnehmer der Pilgerreise die Rückreise nach Wettingen antraten, fanden sie sich zu einer gemeinsamen Besinnung, gestaltet von Pastoralassistent Volker Kandziora, in der Wallfahrtskirche Sachseln ein. (azi)

Aktuelle Nachrichten