Leserbeitrag
Auf den Spuren der Walser

Fabienne Schmid
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Gross Steg mit Flurumzäunung
Kirche von Triesenberg.JPG
Josef Eberle, Vizepräsident der Int. Vereinigung für Walsertum und Museumsleiter.JPG

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Vor über 500 Jahren verliessen mutige Walser ihre ursprüngliche Heimat um neuen Lebensraum und Freiheit zu finden und zu bewahren. Heute noch finden wir in Norditalien, im Maggiatal TI, Graubünden, Vorarlberg und Liechtenstein viele intakt gebliebene Walser Dörfer.

Anfangs des 20. Jahrhunderts entwickelte sich eine ähnliche Auswanderungswelle in wesentlich kleinerem Ausmass, fort aus dem Wallis in die “Üsserschwiiz“, wie die Walliser noch heute die Deutsche Schweiz nennen. Grund dafür waren fehlende Arbeits- und Ausbildungsplätze, welche in den Grossstädten zu finden waren.

Zu dieser Zeit entstanden in der deutschsprachigen Schweiz gegen 20 Walliser Vereine. Unser Walliser Verein Baden und Umgebung wurde 1955 gegründet und hatte bald über 150 Mitglieder. Motto der Vereine war vor allem die Geselligkeit, Pflege der urheimatlichen Bräuche und des immer wieder gern gehörten Walliser Titsch.

Diesem Motto treu, führte unsere diesjährige Vereinsreise ins nahegelegene Fürstentum Liechtenstein, wo wir oberhalb Vaduz das schmucke Walser Dorf Triesenberg ausgewählt hatten. Der Besuch des Sonntagsgottesdienstes in der weit herum sichtbaren mächtigen Pfarrkirche und die wunderbar geschnitzten Altarfiguren haben uns sehr beeindruckt. Beim Verlassen der Kirche löste die prachtvolle Orgel, die mächtige dunkelbraune Empore sowie der übergrosse Leuchter, der von der Mitte des Kirchenschiffs herab hing, Bewunderung aus.

Nach einem kurzen Kaffeehalt wurden wir von Herrn Josef Eberle, Vizepräsident der Int. Vereinigung für Walsertum (Vertreter Fürstentum Liechtenstein) und zugleich Verwalter des Walser Museums Triesenberg herzlich empfangen. Er führte uns mit voller Begeisterung und bestem Fachwissen durch das vielseitige und originalgetreu eingerichtete Museum. Eine Multimediashow rundete die lehrreiche Führung ab. Ein kurzer Abstecher ins nahegelegene alte Walserhaus zeige die Einrichtungen in den Wohn- Schlaf- und Aufenthaltsräumen.

Inzwischen hatten sich die Wolken verzogen und wird durften in einer mit Glas eingefassten Terrasse hoch über dem Rheintal bei traumhafter Aussicht das Mittagessen geniessen.

Nach dem Mittagessen fuhren wir hoch zu den Weilern Gross- und Klein-Steg, wo wir einen Eindruck erhielten, wie die damaligen Walser als Einzelhöfe mit geschlossener Flur ihr Vieh und die Heuställe in Form von grossen Fussballfeldern einfriedeten.

Einen reichbefrachteten Tag rundeten wir mit einem Besuch des Städtchens Vaduz ab, das uns mit all seinen Skulpturen, Schlössern, Museen und Banken seine Schönheit bewies, bevor wir glücklich und voller Erinnerungen die Heimreise unter die Räder nahmen und das schöne “Nennt mir das Land....“ nicht fehlen durfte.

Peter Schmid, Wettingen

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