Leserbeitrag
Anne-Katherine (5 1/2) geht in den Waldkindergarten: Jeden Tag im Wald? - Ja, zum Glück!

Martin Briner
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Waldchindsgi Allschwil: Eine umwerfende Sache! Im Waldkindergarten wird die Natur wirklich erlebt und gespürt. Sei es beim Tollen auf einer Wiese, beim Spielen im (!) Bach, beim Basteln unter den Baumkronen, beim Bauen einer Wohnung für die Waldzwerge u. s. w.

Waldchindsgi Allschwil: Eine umwerfende Sache! Im Waldkindergarten wird die Natur wirklich erlebt und gespürt. Sei es beim Tollen auf einer Wiese, beim Spielen im (!) Bach, beim Basteln unter den Baumkronen, beim Bauen einer Wohnung für die Waldzwerge u. s. w.

Vormittags um halb neun: Eine muntere Schar Kinder zieht in den Allschwiler Wald. Bei jedem Wetter – das ganze Jahr. Der Kindergarten dieser Kinder hat kein Dach und keine Wände, es ist der Wald selbst.

Der Wald ist ein unerschöpflicher Erfahrungs- und Erlebnisraum. Herkömmliches Spielzeug ist hier überflüssig. Rollenspiele, Klettern, Arbeiten mit Werkzeug, Herumstreifen, ... für alles gibt es Raum. Unzählige Gelegenheiten wecken Neugier und Forschungsdrang. "Ich wollte einen Kindergarten für meine Tochter, der sie in ihrer Entwicklung unterstützend fördert und ihr so viele Bewegungsfreiheiten wie möglich bietet", meint eine Mutter. Sie hat den Waldkindergarten bewusst gewählt, um ihrem Kind Zeit in der Natur zu schenken.

Dreckige Kleider – glückliche Kinder

Martin Briner, Vater der 5 1/2-jährigen Anne-Katherine, geniesst einfach die Tatsache, dass seine Tochter wetterfest, klettertauglich, naturkundig und – ja – rundum glücklich ist. „Als netter Nebeneffekt davon, steht sie wirklich ausnahmslos jeden Morgen gerne auf, denn sie freut sich auf den Waldchindsgi. Egal ob es regnerisch-kalt oder - wie jetzt gerade - sommerlich-heiss ist. So kann auch ich ein paar Minuten länger schlafen“, schmunzelt er. Dazu bekommt man dann beim Abendessen die neusten Abenteuergeschichten erzählt. Zum Beispiel, dass sich kein einziges Kind beim Schnitzen geschnitten hat – aber sehr wohl jemand aus dem Leitungsteam oder dass ein matschiger Abhang ein tolle Rutschbahn sein kann. Und für die dreckigen Kleider wurde ja schliesslich die Waschmaschine erfunden.

Keinen Nachteil, dafür viele Vorteile

Seit 2008 leitet Peter Huber den Waldkindergarten Spitzwald. Er ist ausgebildeter Kindergärtner und Naturpädagoge CAS. „Der Waldkindergarten richtet sich nach dem kantonalen Lehrplan“, sagt er, „so erreichen die Kinder die Schulreife ebenso gut wie die Kinder im Regelkindergarten.“ Unkenrufen zufolge seien die grobmotorischen Fähigkeiten leicht besser ausgebildet als die Feinmotorik. Dazu Peter Huber: „Keine Angst, auch im Wald wird gemalt und geschnitten, geklebt und gebastelt – die Tische stehen, von Blachen geschützt, unter hohen Tannen!“

Achtung Wartelisten

Der Waldkindergarten Spitzwald ist ein privater Kindergarten mit öffentlicher Anerkennung. Der gleiche Verein bietet an mehreren Wochentagen auch eine Waldspielgruppe ab 3 Jahren an. Aber Achtung: Sowohl bei Waldkindergarten als auch bei der Waldspielgruppe gibt es Wartelisten.

www.waldkinderbasel.ch

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