Leserbeitrag
Am Ende des Rheins in Holland angekommen

Marcel Siegrist
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Vor 2 Jahren machten sich die Naturfreunde Oberfreiamt den „Rhein“ zum Thema. Damals besuchte eine Gruppe die Quelle am Oberalppass. Es folgten mehrere Ausflüge. Und nun verabschiedeten sich die Naturfreunde aus dem Oberfreiamt endgültig vom Strom, und das während einer ganzen Woche.

Von der Stadt Xanten an der deutschen Grenze ging es per Tandem im steifen Küstenwind über die Grenze zur Stadt Arnheim, die im 2. Weltkrieg als strategischer Brückenkopf hart umkämpft war und bis heute sehr bekannt ist.

Ein Tag später folgte der Besuch Besichtigung des holländischen Verteidigungswerks des 19. Jahrhunderts bei Vechten. Im modern gestalteten Museum konnte dank neuesten Medien ein Fallschirmabsprung miterlebt werden. Ein Viertel der Fläche Hollands steht bekanntlich wenige Meter unter dem Meeresspiegel. Dies hatte sich früher die niederländische Armee zu Nutze gemacht. Bei einem Angriff wären weite Teile unter Wasser gesetzt worden, was Holland unangreifbar machte.

Am dritten Tag stand ein Bootsausflug in den Nationalpark „de Biesbosch“ auf dem Programm, der unmittelbar hinter den Naturfreundhaus beginnt. Eine wunderbare und unberührte Auenlandschaft mit vielen Wasservögeln eröffnete sich unvermittelt. Am Nachmittag lohnte sich ein Besuch in der historischen Rheinstadt Dordrecht. Vom Restaurant auf dem Pier gelegen kann man die grossen Container-Rhein- und Meerschiffe aus nächster Nähe über das Flusswasser gleiten sehen.

Tag vier ging es zum grössten Wasserwehr der Welt „de Maesklandtkering“. Nach der verheerenden Flutkatastrophe von 1953 mit 1836 Opfern wurde eine schwenkbare Sperre gebaut, welche das Gebiet von Rotterdam bis Antwerpen mit Dämmen schützt. Die Meeresarme können verschlossen und die Küstenlinie damit verkürzt werden, um Sturmfluten weniger Angriffsfläche zu bieten. Die gesamte Konstruktion besteht aus dreimal so viel Stahl wie der Eiffelturm in Paris. Die beiden kreisbogenförmigen Tore sind drehbar um ein Kugelgelenk mit einem Durchmesser von 10 Metern und einem Gewicht von 680 Tonnen frei schwebend gelagert.

Am letzten Hollandtag wanderten die Oberfreiämter vom Naturfreundehaus aus durch die Wälder und über die Felder, welche 1944 als Lande- und als Aufmarschgebiet der Alliierten dienten. In Arnheims Vorort Osterbeek stand der Besuch des Airborne-Museums zum Thema „Schlacht um die Brücke von Arnheim“ bevor. Sehr eindrucksvoll und beklemmend war die Ausstellung, wo man in die Fussspuren eines englischen Fallschirmspringers treten und die mörderische Schlacht und miterleben konnte.

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