Trennung
Ronja Furrer und Stress: Zerbrach die Beziehung an seinem Kinderwunsch?

Zehn Jahre waren sie ein Traumpaar: Model Ronja Furrer und Rapper Stress. Nun sind sie getrennt. Dass Stress unbedingt Kinder wollte, ist bekannt, ob das der Trennungsgrund war, nicht. Es ist trotzdem Zeit über ein Tabu zu reden: Den unerfüllten Kinderwunsch der Männer.

Katja Fischer De Santi
Drucken
Wohl schon länger nicht mehr zusammen: Ronja Furrer und Musiker Stress 2015 beim Zürcher Film Festival.

Wohl schon länger nicht mehr zusammen: Ronja Furrer und Musiker Stress 2015 beim Zürcher Film Festival.

Andreas Rentz / Getty Images Europe

Ach, sie waren einfach sehr schön anzusehen zusammen. Er der kantig-grimmige Rapper mit dem weichen Herz aus Lausanne, sie das wunderschöne, 14 Jahre jüngere Topmodel aus Solothurn. Zusammen waren Stress (44) und Ronja Furrer (29) zehn Jahre lang das Traumpaar der Schweizer Promiwelt. Wobei Andres Andrekson alias Stress schon früher Teil eines Traumpaars war. Zuvor war er vier Jahre lang mit Ex-Miss Schweiz und Moderatorin Melanie Winiger verheiratet. Sein Hang für dunkelhaarige, grosse und prominente Schweizer Frauen ist ziemlich eindeutig.

Moderatorin Melanie Winiger.

Moderatorin Melanie Winiger.

Urs Flüeler / KEYSTONE

Nun hat «20 Minuten» publik gemacht, dass sich das Paar getrennt habe. Vor Monaten wohl schon. Eine distanzierte Beziehung war es schon immer. Wohnt Ronja Furrer doch in New York und jettet für ihre Jobs um die ganze Welt. Stress hingegen zog es vor, in der Schweiz zu bleiben. New York sei ihm zu sehr «Ein Disneyland für Erwachsene», sagt er gegenüber dieser Zeitung einmal.

Seitensprünge und Kinderwunsch

Zehn Jahre lang ging das mehr oder weniger gut. Eine grosse Beziehungskrise verarbeitet der Musiker 2019 in einem Song. Ebenfalls öffentlich machte er immer mal wieder seinen Kinderwunsch. Den äusserte er schon während seiner Ehe mit Melanie Winiger, die jedoch bereits einen Sohn aus einer anderen Beziehung hatte. Nun ist Stress 44 Jahre alt, ziemlich sicher Single und Kinder sind da immer noch keine.

Und ohne es zu wollen, bricht der gebürtige Este damit ein Tabu. Er ist ein prominenter, ungewollt kinderloser Mann. Ein seltenes Exemplar.

Den unfreiwillig kinderlosen Mann gibt es nicht

Die Google-Suche nach anderen prominenten Männern, die sich je öffentlich zu ihrem unerfüllten Kinderwunsch geäussert haben, läuft ins Leere. Es scheint sie nicht zu geben. Google transformiert die Frage darum auch gleich selbst in die weibliche Form: «ungewollt kinderlose Frau prominent», Treffer über 300000.

Frauen sind (ungewollt) kinderlos - Männer haben einfach noch keine Kinder

Zeugungsfähig bis ins Grab scheint es bei den Herren nur davon abzuhängen, wie lange es ihnen noch gelingt, eine um Jahrzehnte jüngere Frau zu finden. Schauspieler Nicolas Cage wird dieses Jahr mit 58 Jahren zum fünften Mal Vater, sein ältester Sohn ist 31 Jahre alt, seine Frau 27. Das ist kein Skandal und allein seine Sache, aber es zeigt die Dimensionen.

Männer reden über ihre Karriere, Frauen ab 30 Jahre müssen über ihre Kinderlosigkeit reden, sich rechtfertigen. Jennifer Lawrence (31) und Jennifer Aniston (52) können über diese Interviewfrage ein Liedchen singen.

Es gibt mehr kinderlose Männer als Frauen

Bei den Männern herrscht das grosse Schweigen. Die wenigstens entscheiden sich aktiv für oder gegen Kinder, weil ihnen die Zeit nicht davonrennt. Bei Frauen hingegen ist die Entscheidung irgendwann unumkehrbar gefallen, in die eine oder auch in die andere Richtung. Auch deswegen hat sich die Forschung bislang fast ausschliesslich auf die Frauen konzentriert und so das Vorurteil geschaffen, dass die berufstätige Akademikerin im Gebärstreik an der demografischen Entwicklung schuld ist.

Ganz so stimmt das aber nicht. In allen Altersgruppen gibt es mehr kinderlose Männer als kinderlose Frauen. So sind beispielsweise von den Frauen zwischen 50 und 59 Jahren nur 17 Prozent ohne eigenen Nachwuchs, hingegen 25 Prozent der Männer. Den kinderlosen Mann, es gibt ihn und bei nicht wenigen dürfte diese Kinderlosigkeit nicht gewollt sein.

Single-Männer wünschen sich sogar häufiger ein Kind als Frauen

Die Onlinedatingplattform «Parship» ist den Fragen auf den Grund gegangen und hat bei 1200 Partnersuchenden zwischen 18 und 50 Jahren ohne Kinder nachgefragt, ob sie sich Nachwuchs wünschen. Interessanterweise wünschen sich die Männer sogar (59 Prozent) etwas häufiger Nachwuchs als Frauen (51 Prozent).

In der «Zeit» schrieb ein Autor ein grosses Stück darüber, dass seine Freundin kein Kind von ihm möchte. Die Leserreaktionen waren überwältigend. Ein einst scheinbar weibliches Problem betrifft plötzlich auch die Männer: Hilfe, sie will kein Kind von mir.

Ob die Beziehung von Ronja Furrer und Andres Andrekson wegen seines Kinderwunsches in die Brüche ging, ist allerhöchstes ein Gerücht und sicher nicht die ganze Wahrheit. Dass Stress aber als 44-jähriger Mann, der auf beruflich erfolgreiche Frauen steht, langsam ein Problem mit seinem Kinderwunsch hat, das ist zumindest eine Tatsache mit der er nicht alleine da steht.

Aktuelle Nachrichten