Taiwan
Schwuler macht Coming-out in McCafé – Religiöse Gruppen rufen zum Boykott auf

Ein junger Mann teilt seinem Vater mittels Kaffeebecher mit, dass er schwul ist. Der emotionale McDonald's-Werbespot sorgt in Taiwan für Aufruhr.

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«More warmth conversations» – «mehr herzliche Gespräche» wünscht sich McDonald's Taiwan. Das dritte Video zur Kampagne bewegt die Menschen besonders.

Es zeigt Vater und Sohn im McCafé. «Ich mag Jungs», hat der junge Mann auf seinen Kaffeebecher gekritzelt – so will er seinem Vater sagen, dass er schwul ist. Die folgenden Szenen lassen ihn sichtlich fast verzweifeln: Der Vater steht wortlos auf und geht davon.

«Ich akzeptiere»

Sein Sohn wischt sich bereits die Tränen aus dem Gesicht, als er mit einem Becher Kaffee wiederkommt. Und nach einigen schier endlosen Augenblicken den Satz auf dem Becher seines Sohns ergänzt: «Ich akzeptiere, dass du Jungs magst», heisst es dann.

Fast zwei Millionen Menschen haben das Video bereits angeklickt auf Youtube, die Mehrheit verlieh dem Spot dort ein «Mag ich». Und auch bei anderen Sozialen Medien, wo das Video tausendfach geteilt wurde, sind die Kommentare laut «Shanghaiist» überwiegend positiv.

«Zum Schutz der Familie»

Doch es gibt auch andere Stimmen. Chang Shou-yi, General-Sekretär von Taiwans «Allianz religiöser Gruppen zum Schutz der Familie», ruft zum Boykott der Fastfood-Kette auf, wie das chinesische TV-Netzwerk CTS berichtet.

«McDonald's ist von vielen Kindern frequentiert und gerade deshalb ist es wichtig, diesem Werben für die Homosexualität Einhalt zu gebieten», zitiert Fox News Chang Shou-yi. (smo)