Corona-Virus

Nicht jedes Niesen hat mit Corona zu tun – Alles zur aktuellen Pollenplage in 7 Grafiken

© Text: Bruno Knellwolf, Infografiken: Stefan Bogner

Die Pollensaison kommt in Fahrt. Da ist der Heuschnupfen nicht weit. Wir bringen Fakten zur kommenden Niessaison.

Schnäuzt sich einer in die Nase, denken momentan alle dasselbe. Doch Corona-Virus hin oder her, es ist Frühling und deshalb liegt noch etwas anderes in der Luft. Der Blütenstaub der Pflanzen, den der Wind überall hinträgt. Zum Leidwesen der Allergiker, die vom Heuschnupfen geplagt sind.

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Heuschnupfen ist eine Überreaktion des Immunsystems auf den Kontakt mit Allergenen. Denn Pollen enthalten Eiweissverbindungen, die vom Körper als fremde Eindringlinge angesehen und darum bekämpft werden. Nicht alle Pollen besitzen solch aggressive Allergene. Und von jenen mit Allergenen müssen genug in der Luft sein, um für Allergiker zur Belastung zu werden. Das gelingt nur den windblütigen Pflanzen, zu denen die Gräser und viele Bäume gehören. Die Blüten eines einzelnen Grashalms enthalten ungefähr vier Millionen Blütenpollen. Blüten, deren Pollen nicht über den Wind verbreitet werden, sondern durch Insekten, erzeugen nur wenige Pollen. Deshalb sind die meisten Pflanzen mit bunten und angenehm duftenden Blüten für den Heuschnupfen eher unbedeutend.

In der Schweiz sind gemäss dem Schweizer Pollenführer des Schweizerischen Zentrums für Allergie, Haut und Asthma (aha) sechs Pollenarten für rund 95 Prozent der Pollenallergien verantwortlich: Gräser-, Birken-, Eschen-, Hasel-, Erlen- und Beifusspollen. Die meisten Allergiker reagieren nicht nur auf eine Pollenart, sondern auch auf jene von verwandten Pflanzenarten. Birken- und Haselgewächse besitzen ähnliche Allergene, deshalb zeigen Betroffene Kreuzreaktionen. Solche kann es übrigens auch zwischen Pollen- und Nahrungsmittelallergien geben.

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Wenn die Pollenkonzentrationen in der Luft einen bestimmten Schwellenwert übersteigen, kommt es bei Allergikern zu einem Heuschnupfenanfall. Bei Roggenpollen reichen bereits zehn Pollen pro Kubikmeter Luft.

Diese Woche war Flugwetter bei den Pollen. Die Heuschnupfensymptome sind wetterabhängig – Temperatur, Sonnenschein, Luftfeuchtigkeit und Wind spielen eine wichtige Rolle. Die Pflanzen geben ihre Pollen nur bei trockenem und relativ warmem Wetter ab. Die Pollen der Hasel haben ihren Höhepunkt schon überschritten, die Erle bald auch. Die einen verschwinden, aber laufend kommen neue hinzu. Geniest und getränt wird wegen des Heuschnupfens bis Ende Sommer.

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