USA
Nerz mit Corona: Das Virus ist erstmals auf ein Wildtier übergesprungen

In den USA hat sich ein freilebender Nerz infiziert. Falls sich das Virus in Wildtieren verbreitet, kann das für Menschen gefährlich werden.

Niklaus Salzmann
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Der Nerz ist in den USA ein häufiges Tier.

Der Nerz ist in den USA ein häufiges Tier.

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Das neue Coronavirus hat eine weitere Grenze überwunden: Es hat ein freilebendes Wildtier infiziert. Das Landwirtschaftsdepartement der Vereinigten Staaten hatte in der Umgebung von Nerzfarmen mit Coronaausbrüchen verschiedene Wildtiere getestet. Das Virus konnte bei einem freilebenden Nerz nachgewiesen werden.

Noch scheint es sich um einen Einzelfall zu handeln. Doch die Behörden sind alarmiert. Denn während Ausbrüche in Nerzfarmen eingedämmt werden können, entzieht sich das Virus in freilebenden Tieren der menschlichen Kontrolle. Hinzu kommt, dass ausgerechnet der Nerz das bisher einzige Tier ist, das nachweislich schon Menschen infiziert hat.

Der infizierte Nerz hatte wohl Kontakt zu Farmtieren

In mindestens acht Ländern kam es bislang zu Coronaausbrüchen in Nerzfarmen: Dänemark, Schweden, Niederlande, Spanien, Italien, Frankreich, USA und Kanada. Dänemark hat im November entschieden, alle Nerze in Pelzfarmen zu vergasen – 17 Millionen Tiere. In anderen Ländern wurden nur die Tiere auf Farmen mit Coronaausbrüchen getötet. Unklar ist, wie das Virus in den USA auf einen freilebenden Nerz überging. Das Tier wurde in unmittelbarer Nähe einer Pelzfarm gefunden. Das Virus war genetisch nicht zu unterscheiden von demjenigen in infizierten Farmtieren, was auf einen direkten Kontakt hindeutet.

Der Nerz ist in den USA häufig und nicht gefährdet. Ein Risiko besteht aber für den Menschen. Falls sich das Virus unter freilebenden Nerzen verbreitet, könnte es mutieren, wie dies bereits in dänischen Pelzfarmen passiert ist. Die Weltorganisation für Tiergesundheit warnte im November davor, dass bei veränderten Virenstämmen die medizinische Behandlungen und Impfungen an Wirksamkeit einbüssen könnten.

Auch Schneeleopard können sich mit dem neuen Coronavirus infizieren.

Auch Schneeleopard können sich mit dem neuen Coronavirus infizieren.

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Der Ursprung des neuen Coronavirus wird bei Fledermäusen vermutet. Von dort ist es vermutlich via eine andere Tierart auf den Menschen übergangen. Bei der Ausbreitung der Epidemie scheinen Tiere seither aber keine Rolle mehr zu spielen. Zwar gibt es einige Fälle infizierter Katzen – einen davon aus der Schweiz – und Hunde, aber nichts deutet darauf hin, dass das Virus von Haustieren zurück auf den Menschen übertragen wird. Aus Zoos sind Infektionen von Grosskatzen bekannt. So wurden vergangene Woche in Louisville in den USA drei Schneeleoparde mit milden Symptomen positiv getestet.