Modekritik
Murat Yakin mit Rauschebart? Das wäre Rock 'n' Roll an der Seitenlinie

Unsere Lifestyle-Autorin hat ihre Zweifel, dass der neue Trainer der Schweizer Fussballnati modische Akzente setzen wird. Aber wer weiss. Potenzial hat der 46-Jährige durchaus.

Rahel Empl
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So wollen wir Murat Yakin bitteschön nicht mehr sehen. Aber auch nicht im langweiligen Anzug.

So wollen wir Murat Yakin bitteschön nicht mehr sehen. Aber auch nicht im langweiligen Anzug.

Bild: Toto Marti/Freshfocus

Was war das nur für eine langweilige Fussball-EM! Freilich nicht aus sportlich-spieltechnischer Optik. Das war grosses Kino. Sondern, was die Garderobe der Männer an der Seitenlinie anbelangt. Warum nur treten alle Trainer bei grossen Turnieren immer in denselben langweiligen Anzügen auf? Warum nicht mal in Chinos, Loafers und einem verwaschenen Shirt? Von mir aus auch mal quietschbunt?

Auf den André Agassi der Fussballtrainer warte ich schon lange. Ich habe meine Zweifel, dass Murat Yakin, der neue Trainer der Schweizer Fussball-Nati, modetechnisch ein neues Zeitalter einläuten wird, aber wer weiss. Analysieren wir mal die Ausgangslage.

Er scheint durchaus einen Sinn für Mode zu haben

Gut sieht der 46-Jährige schon mal aus mit seinen wunderbaren, graumelierten Haaren, gepflegt auch. Trägt meist einwandfrei geschnittene Anzüge, tritt hin und wieder smart in Chinos und Merinopullover auf. Dies alles mit wenigen Ausnahmen in gedeckten, erdigen Farben, auch viel dunkelblau. Wenn man mal ausklammert, wie er zuletzt als Trainer des FC Schaffhausen anlässlich der Challenge-League-Matches erschienen ist – verbeulte Hose mit Trainerjäckli geht gar nicht –, erhält Yakin, der durchaus was von einem Dressman hat, gute Noten.

Die Stil- und Farbwahl unterstreicht seinen Typ und wohl auch sein Wesen, gilt er doch als ziemlich cool und gelassen. Er scheint auch durchaus einen Sinn sowie Interesse für Mode zu haben, wie er mal einem PR-Magazin von PKZ verraten hat, sei offen für neue Trends und lasse sich hin und wieder auch von seiner Frau Anja, einem Ex-Model, beraten.

Am meisten aufhorchen lässt aber Yakins Aussage im betreffenden Interview, er sei eigenwillig, was das Thema Haare anbelange. Täglich rasieren sei nichts für ihn, er lasse sich auch gerne über Wochen einen Bart wachsen. Das hat Potenzial: Einen Fussballtrainer mit Rauschebart gab es meines Wissens noch nie. Und würde, kombiniert mit Yakins unaufgeregtem Modestil, durchaus für Akzente sorgen. Für ein bisschen Rock ’n’ Roll an der Seitenlinie.

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