Die Nachricht kam unerwartet, der Schock sitzt tief: Der berühmte Musiker und charmante Entertainer Udo Jürgens verstarb am Sonntag völlig unerwartet auf einem Spaziergang an Herzversagen. Mit seinem tragischen Schicksal ist er aber nicht allein: den Tod auf dem Spaziergang ereilte auch andere Prominente vor ihm.

Der Solothurner Willi Ritschard, der erste Arbeiter im Bundesrat, brach am 16. Oktober 1983 beim Wandern auf dem Grenchenberg tot zusammen. „Willi national“, wie der Sozialdemokrat von den Schweizern genannt wurde, verstarb im Alter von 65 Jahren und wurde wie Udo Jürgens durch Herzversagen aus dem Leben gerissen.

Schriftsteller Robert Walser verstarb ebenfalls auf einem Spaziergang – einsam im Schnee am Weihnachtsabend 1956. Der in Biel geborene Autor hinterliess mit seinen Romanen und unzähligen Kurzprosatexten ein umfassendes Werk, das von Grössen wie Herman Hesse, Kurt Tucholsky und Robert Musil geschätzt wurde, bei der breiten Masse aber kaum Anklang fand. Nach dem Ausbruch einer psychischen Krise 1929 lebte Walser 23 Jahre in Heil- und Pflegeanstalten als vergessener Autor.

Auch Vincent Van Gogh, der berühmte niederländische Maler, hat sich 1890 im Alter von 37 Jahren auf einem Spaziergang eine Kugel in die Brust geschossen. Der Begründer der modernen Malerei erlag vier Tage später seinen Verletzungen.

Weiter sind der Schriftsteller Ödön von Horváth und der deutsche Schauspieler Günther Kaufmann beim Spazieren gestorben. Der Autor vom Klassiker „Jugend ohne Gott“ wurde am 1. Juni 1938 von einem herunter stürzenden Ast erschlagen, als er auf der Champs-Élysées in Paris unterwegs war. Günther Kaufmann, der in dem „Wickie“-Filmen mitwirkte, starb mit 64 Jahren wie Jürgens und Ritschard an einem Herzversagen. (zeu)