Kolumne

«Querbeet»-Kolumne: Die Winterkönigin, die erst jetzt zu blühen beginnt

Mit einer Rose hat die Christrose eigentlich wenig zu tun.

Mit einer Rose hat die Christrose eigentlich wenig zu tun.

Um die Christrose ranken sich zahlreiche Mythen und Erzählungen, denn sie ist in mehrerer Hinsicht eine aussergewöhnliche Pflanze.

Wenn jetzt im Garten alle Blumen bereits verwelkt sind und sich in den Winterschlaf zurückgezogen haben, hat eine ihren ganz grossen Auftritt: die Christrose – auch Schnee­rose, Weihnachtsrose oder Winter­rose genannt. Ich mag sie, weil sie ihren Auftritt ganz leise inszeniert. Meine Pflanze, die ich im letzten Winter geschenkt erhielt, versteckt ihre Blüten noch unter den sattgrünen, ledrigen Blättern. Aber schon bald werden sie ihre Köpfchen hervorstrecken und unser Gemüt in der dunklen Jahreszeit erfreuen.

Da ihre Blütezeit genau auf die Advents- und Weihnachtszeit fällt, gilt sie seit jeher als heilige Pflanze und ein Symbol für Weihnachten. Schliesslich geht der Ursprung ihres Namens auf eine Legende zurück, die perfekt zu den Festtagen passt: Es war einmal ein Hirte, der in der Weihnachtsnacht kein Geschenk bei sich hatte, als er auf dem Weg nach Bethlehem war. Das wiederum machte ihn so traurig, dass er bitterlich weinte. Seine Tränen fielen auf die Erde, und daraus sprossen wundervolle Blumen. Glückselig pflückte er einen Strauss davon und überbrachte die Christ­rosen dem Jesuskind als Geschenk.

Eigentlich hat die Pflanze gar nichts mit einer Rose zu tun, sondern gehört zu den Hahnenfussgewächsen und ist eine Pflanzenart der Gattung Nieswurz. Bei dem Begriff klingen bei manchen die Alarmglocken. Ja, auch Christrosen sind giftig, allerdings nur ihre schwarzen Wurzeln. Hexen sollen daraus Medikamente hergestellt haben, aber das ist eine andere Geschichte. Für Kinder und Tiere jedenfalls sind die Christ­rosen keine Gefahr.

Nur wenn die Temperaturen gar tief sind, lassen sie ihre Köpfe hängen. Das muss aber nicht weiter beunruhigen. Um sich bei Minustemperaturen vor Frostschäden zu schützen, kann die Pflanze den Druck in den Zellen zusammenfallen lassen. Wird sie nach dem Auftauen gut gewässert, richtet sie sich wieder auf.

Die Winterblumen sind auch sonst sehr pflegeleicht. Selbst die verblühten Blüten, die leicht grünlich werden, haben ihren Zauber. Wenn Sie Ihre Pflanze im Topf in den Garten setzen wollen, können Sie dies bis in den Frühling hinein tun, wenn der Boden nicht gefroren und nicht zu nass ist. Als Standort mögen sie einen geschützten Platz im Halbschatten und eine humusreiche, kalkhaltige, durchlässige Erde. So können Sie sich viele Jahre an der Königin der Winterblüher erfreuen.

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