Wegen Corona-Virus

Kinder waschen fleissig ihre Hände und klagen über entzündete Haut – was kann man dagegen tun?

Wer häufig die Hände wäscht, darf das Eincrèmen nicht vergessen.

Wer häufig die Hände wäscht, darf das Eincrèmen nicht vergessen.

Rote schmerzende Hände sind die Folge vom vielen Händewaschen mit Seife. Das lernen die Kinder nun in der Schule. Doch ebenso wichtig wie das Waschen ist die Pflege.

«Meine Kinder haben zündrote Hände, da sie sich brav die Hände oft und gut waschen», schreibt eine Mutter in ein Internet-Forum für Fragen rund um Erziehung und Familie. Über 90 andere Mütter berichten vom selben Problem: «Mein Junior hat fast offene Hände und ist heulend aus der Schule heimgekommen», schreibt eine andere Mutter.

Um die Viren-Verbreitung einzudämmen bringen die Lehrpersonen im ganzen Land ihren Schülern das richtige und vorbildliche Händewaschen bei: vielmals täglich, 30 Sekunden lang und mit Seife. 

Doch mit dem häufigen Waschen wird auch die Schutzschicht der Hände angegriffen: Diese Schicht aus Talg ist eine natürliche und säurehaltige Barriere gegen schädliche Bakterien und Viren. Werden die Hände jedoch durch vieles Waschen trocken, dann können Keime durch die Risse tiefer in die Haut eindringen, worauf sie sich entzündet.

Gegen Viren arbeiten - aber für unsere Haut

Berufsleute im Spital oder in der Reinigungsbranche kennen das Problem. Berufsverbände wie die Suva haben dafür Leitlinien erstellt. Nun gilt es für alle, nicht nur die Hände richtig und häufig zu waschen, sondern die Haut auch zu pflegen:

  • Kein heisses, nur lauwarmes Wasser verwenden
  • Die Hände besser abtupfen als reiben beim Trocknen. Gutes Abtrocknen ist jedoch wichtig, denn zu Hautirritationen kommt es gerade, wenn die Hände zu lange mit Wasser in Berührung sind. Dies trägt die Schutzschicht ab.
  • Staub und Chemikalien können die Hände ebenfalls austrocknen und irritieren: Handschuhe zum Abwaschen, Gärtnern und Putzen benutzen.
  • Eine rückfettende Seife mit hautfreundlichem pH-Wert benutzen.
  • Desinfektionsmittel nur auf trockene Hände anwenden.
  • Eben desinfizierte Hände nicht waschen!
  • Hände mit einer neutralen Crème ohne Parfüm (kann brennen) mindestens täglich pflegen.
  • Hände vor Kälte und Wind schützen.

Trotz Corona-Virus gilt also: Die Hände sanft reinigen. Und wann ist zu viel schädlich? Mehr als zehn mal täglich stufen manche Berufsverbände schon als kritisch ein. Doch es kommt auch auf die Intensität an. Richtig ist laut Thomas Kündig, dem Direktor der Dermatologischen Klinik am Unispital Zürich, individuell zu schauen, wie sensibel die Hände reagieren.

Desinfektionsmittel trocknen Hände ebenfalls aus

Händedesinfektionsmittel ist laut Kündig für die Haut genau so schädlich wie Seife. Sie enthalten Alkohol und dies löst ebenfalls das Hautfett aus der Hornschicht der Hände.

Coronavirus: So waschen Sie die Hände richtig

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Richtiges Händewaschen ist eine der besten Präventionsmethoden um Infektionskrankheiten. Doch wie geht es richtig? Egal ob Seife oder Desinfektionsmittel: Auf die richtige Technik kommt es an. Professor Widmer vom Universitätsspital Basel weiss, wie man praktisch keimfreie Hände bekommt.

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