Bereits in der Primarschule habe ich sie gehasst: Diktate. Obwohl ich im Fach Deutsch – oder «Schreiben», wie man es damals im Baselbiet nannte – Klassenbeste war. Aber ich mochte und mag es heute noch nicht, wenn man mir etwas vorschreibt. Ein besonderer Gräuel sind mir die Konsumdiktate, die in den vergangenen Jahrzehnten über den grossen Teich zu uns geschwappt sind. Amerikanische Bräuche, die die Händler noch so gerne übernehmen, weil sie damit Traumumsätze machen: Halloween, Black Friday, der Tag der Toten – und der Valentinstag. Jetzt sind die Läden wieder voller herzbedruckter Artikel, alles leuchtet und funkelt in Rot, und das Warenhaus schreit: «Du hast gefälligst am 14. Februar die Liebe zu feiern!»

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen die Liebe; der Lieblingsmensch und ich schweben schon seit Monaten auf Wolke 7, und eine Landung ist nicht in Sicht. Warum wir uns aber gerade an besagtem 14. Februar zu klebrigem Gesülze auf Rosenblättern und Herzkissen, die ein Vermögen kosten, betten sollten, sehen wir nicht ein. Da ist viel Erzwungenes und wenig Überraschendes dabei. Viel lieber zelebrieren wir unsere Liebe, wenn uns gerade danach ist. Spontan, das ist am schönsten.

Damit ich auch immer bereit bin für solche Eingebungen, halte ich das dafür nötige Werkzeug zu Hause stets bereit. Dazu gehören eine Flasche Champagner, ein Notvorrat an Kerzen, Erdbeeren im Tiefkühlfach – und ein Massageöl. Bei Letzterem vertraue ich jeweils auf die Expertise des holländischen Labels Rituals. Das Trockenöl Vata aus der «Ritual of Ayurveda»-Linie, das erst seit kurzem auf dem Markt ist (für 27 Franken, www.rituals.ch), eignet sich besonders gut für ein Verwöhnprogramm zu zweit. Das Mandelöl mit nährenden Kräutern ist mild, reich an Proteinen und Vitaminen, und darüber hinaus nährt und beruhigt es die Haut. Ausserdem duftet es ein bisschen nach Basilikum und wirkt deshalb schön anregend. Es eignet sich zudem prima als Haar- und Körperöl nach der Dusche – ich gebe zu, ich habe das «Vata» ein bisschen auch aus egoistischen Motiven gekauft.  

Falls Sie es doch nicht sein lassen können, just am 14. Februar mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin die Liebe zu feiern, dann verzichten Sie wenigstens darauf, Blumen zu schenken. Klar, Rosen sind etwas Schönes, aber sie sind auch im Nu verwelkt. Ich stehe mehr auf symbolische Akte, etwa, mit dem Partner im Frühling im Garten oder auf der Terrasse einen Baum zu pflanzen. Als Zeichen der Liebe, die über die Jahre wächst und gedeiht und immer wieder aufblüht. Besonders hübsch für ein Liebesbekenntnis: ein Magnolienbaum. Das ist viel nachhaltiger als ein dummes Diktat. Und total fehlerfrei.