Er kann sich über Stock und Stein, an Steilhängen und in engen Räumen fortbewegen. Seine Bewegungen erinnern an die eines Hundes – nur, dass sie etwas steifer und ungelenker wirken. Der Roboter heisst Anymal und hat durchaus Ähnlichkeit mit einem Tier. Marco Hutter, Assistenzprofessor für Robotik an der ETH Zürich, hat den Laufroboter zusammen mit seinem Team entwickelt.

Die Forscher wollen aus ihm aber nicht etwa ein Haustier machen. Anymal soll Frauchen und Herrchen nicht auf ausgedehnten Spaziergängen begleiten, sondern in unwegsamem Gelände oder an schlecht zugänglichen Orten eingesetzt werden: bei Rettungsarbeiten in den Bergen, Inspektionsarbeiten in Minen, Hilfsarbeiten nach Erdbeben oder bei Bombenentschärfungen. «Der Roboter soll dorthin gehen, wo es für Menschen gefährlich ist, oder die Arbeitsbedingungen sehr unangenehm sind», sagt Marco Hutter.

Damit das möglich ist, wurde Anymal mit modernsten Technologien ausgestattet. Mithilfe von Sensoren kann der Roboter seine Umgebung präzise vermessen und selbstständig einen Weg über Hindernisse suchen. Weil er nur 30 Kilogramm schwer ist, kommt eine Einzelperson gut alleine mit ihm zurecht.

Die Gelenke von Anymal reagieren ähnlich wie diejenigen eines Menschen oder Tieres: Sie federn Sprünge ab und wenn Marco Hutter den Roboter zur Seite stösst, weicht er leicht aus, findet sein Gleichgewicht aber sehr rasch wieder. Er ist sogar beweglicher als Tiere und kann deshalb sogar steilste Treppen hochklettern.

Das Video zeigt, wie Anymal unterschiedliche Aufgaben meistert und zum Beispiel eine Treppe hochsteigt.

Zum ersten Mal im Einsatz war Anymal im Rahmen der Argos-Challenge, einem Wettbewerb zur autonomen Inspektion von Öl- und Gasplattformen. Dort ist das ETH-Team gegen Teams aus aller Welt angetreten. Anymal ist nämlich längst nicht der einzige Roboter seiner Art.

Unterschiedliche Robotik-Unternehmen auf der ganzen Welt tüfteln an Robotern, die uns in Zukunft mühsame oder gefährliche Arbeiten abnehmen. Das US-Unternehmen Boston Dynamics zum Beispiel hat Anfang 2015 den Roboter-Hund «Spot» vorgestellt. Wie Anymal trotzt auch er Trittattacken und steigt Hügel und Hänge hoch. Er joggt sogar neben einem Mitarbeiter – und seine Bewegungen sehen ziemlich natürlich aus.

Spot kann joggen und klettern – und lässt sich vor allem nicht vom Weg abbringen.