Chelsea Flower Show

An dieser Gartenmesse trifft man mit etwas Glück auch royale Gärtner

Blaues Blut und grüner Daumen: die Royals an der Messe.

Blaues Blut und grüner Daumen: die Royals an der Messe.

Was Gartenliebhaber in ihrem Leben unbedingt tun wollen: Einmal die Gartenmesse Chelsea Flower Show in London besuchen.

Fast fühlt man sich aufs Land versetzt: Eine uralte Scheune steht in einem idyllischen Garten, wo Unkraut einfach wuchern darf und sich ­niemand daran stört. Dabei befinden wir uns mitten im pulsierenden London an der Chelsea Flower Show, dem Mekka der Gartenfans, wo die Gartentrends der Zukunft gezeigt werden.

Manchmal hat man das Gefühl, nicht in von Menschenhand angelegten Gärten zu stehen – sondern einfach in der freien Natur. Selbst Unkräuter – oder wie es heute politisch korrekt heisst: Beikräuter – werden geduldet, Brennnesseln ebenso wie Kerbel oder Wiesenknöterich. Die Gärten wirken so, als würden sie schon seit Jahrzehnten hier stehen. Dabei werden sie jeweils nur gerade für fünf Tage im Mai aufgebaut.

Dann herrscht Ausnahmezustand unter Gartenfreunden. Jährlich bekommen exakt 157000 Besucher aus aller Welt Zutritt zur Gartenshow im hippen Chelsea-Quartier, wo auf 4500 Quadratmetern Gartenträume präsentiert werden. Die Tickets (ab 48 Franken) sind jeweils im Nu weg.

Auch die Queen spaziert durch die Gärten

Seit 1913 wird der Anlass im Park des Chelsea Hospitals aufgebaut, einem Altersheim für ehemalige Soldaten, die sich jeweils stolz in ihren schmucken, traditionellen roten Uniform­jacken unters Publikum mischen. Es ist zwar vor allem ein Event für die Britinnen und Briten, die sich in Sachen Garten geeint fühlen wie sonst selten in Zeiten des Brexit. Für Auswärtige aber ist es ein faszinierendes Schauspiel, die meist in Blumenkleidern gewandeten Damen jeden Alters – und einige Herren in Anzug und Hut – vor den Showgärten und Ständen zu beobachten, wenn sie ob des Anblicks reihenweise ein «so amazing» oder «such a gorgeous flower» von sich geben.

Auch ausgefallene Outfits gibt es zu entdecken.

Auch ausgefallene Outfits gibt es zu entdecken.

Vor den schönsten Gärten kann es schon mal zu einer Menschenansammlung kommen, wie an der letztjährigen Durchführung beim Garten «Back to the Nature Garden». Dort legte Prinzessin Kate höchstpersönlich Hand an. Schon klar, dass alle dieses Naturparadies mit Baumnest, Feuerstelle, Bächlein und Holzhütte bestaunen wollten, wo sich auch Ehemann William und die drei Kinder an der Vorpremiere verlustierten. Selbst die Queen spaziert jeweils vor der offiziellen Eröffnung durch die Gärten, was für die Gartendesigner noch fast mehr der Ehre ist als die Auszeichnungen, die während der Messe vergeben werden.

Showgärten inspirieren und der Rasen lädt zum Picknick

Neben dem Promi-Watching kann man ganz viele Inspirationen für den eigenen Garten abholen. Und dies nicht nur in den Showgärten, die sich vermehrt Themen wie Klimawandel, Nachhaltigkeit und Biodiversität widmen und auf wenigen Quadratmetern komplexe, spektakuläre Grünoasen zeigen. Praktisch ist, dass zu jedem Garten auch Flyer mit Pflanzlisten abgegeben werden.

Hier lassen sich auch professionelle Gärtner inspirieren.

Hier lassen sich auch professionelle Gärtner inspirieren.

Eine wahre Fundgrube für Pflanzenfreunde ist die grosse Halle, der Great Pavillon. Wer auf der Suche nach besonderen Pflanzen aus aller Welt ist, fühlt sich dort im Paradies. Funkien in allen Farben und Formen, Allium und Nelken, exotische Schlauchpflanzen, Kakteen, Dahlien und natürlich Rosen. Wer noch die richtigen Gartenhandschuhe, Spaten oder Tomatenstützen sucht, wird an der Chelsea Flower Show ebenfalls fündig.

Doch irgendwann werden auch die passioniertesten Gartenfreunde müde. In Chelsea heisst das: Es ist Picknick-Zeit. Auf dem ganzen Gelände hat es zwar unzählige Restaurants und Bars, aber die Briten setzen sich lieber mit Freunden irgendwo auf den Rasen und unterhalten sich über das eben Gesehene. Auch das ist ein Spektakel.

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