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Alles, was Sie zur 5G-Technologie wissen müssen, in 10 Grafiken

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5G-Handys nutzt in der Schweiz noch kaum jemand, das Netz dafür wird aber ausgebaut. Gegner sehen ihre Gesundheit gefährdet.

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Das mobile Internet wird immer häufiger genutzt. Möglich ist das durch den Ausbau der Infrastruktur. Doch gegen den wachsenden Antennenwald regt sich Widerstand, vor allem wenn eine neue Generation aufgebaut wird wie jetzt 5G. Mit den gesundheitlichen Auswirkungen des Mobilfunks befasst sich Gregor Dürrenberger von der Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation an der ETH Zürich.

Gemäss dem Strahlenforscher ist nach derzeitigem Stand des Wissens die Erwärmung des Gewebes die einzige belegte Wirkung von Hochfrequenzstrahlung auf den Organismus. Die biologische Wirkung auf unseren Körper hängt von Stärke und Frequenz ab, sie unterscheidet sich bei 5G aber nicht grundsätzlich von 4G. Die beiden Standards sind sich somit sehr ähnlich.

© Infografik: Lea Siegwart

Für 5G sind in der Schweiz zurzeit keine höheren Frequenzen als 3,5 GHz erlaubt. 5G-Gegner befürchten aber, dass diese Erlaubnis später erfolgen wird. Dabei entstehen Millimeterwellen, die, so die Befürchtung, eine andere, nichtthermische Wirkung auf den Organismus hätte. Auch dazu können gemäss Dürrenberger noch keine verlässlichen Aussagen gemacht werden. Falls es nichtthermische Auswirkungen gäbe, wären sie auf der Haut zu erwarten. Im Gegensatz zu den heute benutzten Frequenzen dringen Millimeterwellen nämlich nicht in den Körper ein. Die inneren Gewebe und Organe blieben somit strahlungsfrei.

Forschung am Menschen ist nicht möglich

Da Gewebeveränderungen durch elektromagnetische Strahlungen nicht am Menschen erforscht werden können, sind die Forscher auf die Auswertung von Krankheitsfällen angewiesen. Und da gibt es bis heute keine Belege, dass die vergleichsweise schwache Strahlung von Bassistationsantennen schädlich ist. Im Gegensatz dazu ist die viel höhere alltägliche Strahlenbelastung durch Smartphones, kabellose Telefone und WLAN-Geräte belegt. «Die elektrische Feldstärke eines Smartphones am Ohr kann 100- bis 1000-mal stärker sein als die Feldstärke einer entfernt stehenden Basisstation», sagt Dürrenberger. Geforscht wird, ob die intensive Nutzung des Handys das Hirntumorrisiko erhöht, belegt ist auch das nicht. Die aktuellen Studien seien eher entwarnend.

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Für Dürrenberger ist 5G die effizientere Technologie als 4G. 5G übermittelt eine Datenmenge mit weniger Strahlung als die älteren Standards. Zudem belasten 5G-Antennen jene weniger, die den Mobilfunk nicht nutzen. Denn die Leistung wird nicht mehr breit in den Raum abgestrahlt, sondern ist gezielt auf den Nutzer gerichtet. «Wer Sorgen wegen der Strahlung hat, müsste eigentlich 5G befürworten», sagt Dürrenberger. Die Diskussion wird weitergehen, auch über die Grenzwerte der Handy-Antennen. Sie sind in der Schweiz zehnmal tiefer als im Ausland.

Das möchte die Telekom-Branche ändern. Sonst seien keine flächen­deckenden 5G-Netze möglich – oder nur, wenn zwar leistungsschwächere, aber viel mehr Antennen aufgestellt werden.

Autor

Bruno Knellwolf

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