Glosse
Salzkorn

Vom Gartenschlauch als potenziell tödliche Waffe. Und weshalb den Schnäppchenjäger das Leben bestraft.

Urs Bader
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Illustration: Corinne Bromundt

Ich bin unversehrt. Zum Glück. Nicht das Coronavirus hat mich an Leib und Leben bedroht, sondern ein neu erworbener Gartenschlauch. Brav habe ich zuerst die Betriebsanleitung dazu gelesen. Und da durchfuhren mich Angst und Schrecken. Nicht weniger als fünf Mal wurde von einer «Gefährdung mit einem hohen Risikograd» gewarnt, «die, wenn sie nicht vermieden wird, den Tod oder eine schwere Verletzung zur Folge haben kann».

Mit dem alten Schlauch hatte ich bisher immer ganz sorglos hantiert. Und jetzt? Vielleicht zuerst eine Gartenbewässerungsrisikoversicherung abschliessen? Im Falle eines Konkurrenzprodukts las sich die Anleitung harmloser. Dort wurde immerhin davon abgeraten, den Schlauch aufzuessen: «Nicht lebensmittelgeeignet.» Man weiss ja nie.

Ironische Pointe – davor wurde allerdings nicht gewarnt: Der neue Schlauch hat sich schon bei der Inbetriebnahme selber zerstört. Er war halt ein Schnäppchen. Und die nassen Hosen und Schuhe die Strafe für die Jägerei danach.