gesundheit
KSA macht Studie zum Thema Wundinfekte

Das Kantonsspital Aarau erforscht die Patientensicherheit nach operativen Eingriffen. Initiator der Studie ist der Chefarzt der Viszeralchirurgie und Bereichsleiter Chirurgie des Kantonsspitals Aarau, Prof. Dr. med. Walter R. Marti.

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Ärzte operieren einen Patienten. (Symbolbild)

Ärzte operieren einen Patienten. (Symbolbild)

Keystone

Im April dieses Jahres wurde im Kantonsspital Aarau die erste prospektive und randomisierte Studie lanciert, die die Wirksamkeit einer Antibiotikaprophylaxe vor Operationen in der Chirurgie untersucht. Initiator der Studie ist der Chefarzt der Viszeralchirurgie und Bereichsleiter Chirurgie des Kantonsspitals Aarau, Prof. Dr. med. Walter R. Marti.

Zusammen mit der Chirurgie der Universität Basel sollen in den nächsten Jahren 5000 Patienten auf ihr Wundinfektionsrisiko nach chirurgischen Eingriffen untersucht werden. In der Studie wird geprüft, in welchem Zeitraum vor einer Operation eine einmalig verabreichte Antibiotikadosis - als Infektionsprophylaxe - die beste Wirkung entfalten könnte.

Hier werden zwei Gruppen verglichen: Eine Antibiotikadosis eineinviertel bis eine halbe Stunde vor der Operation gegen eine halbe Stunde bis unmittelbar vor der Operation verabreicht. „Wir möchten das optimale Zeitfenster ermitteln, wann die Gabe von Antibiotika vor einer Operation die beste Wirkung erzielt“, erklärt Studienleiter Prof. Walter R. Marti.

Es handelt sich dabei um die erste prospektive Studie für diese Fragestellung. Bislang wurde die Wirkung der Antibiotika-Prophylaxe auf die Wundinfektionsrate nach einer Operation immer retrospektiv, das heisst im Nachhinein, und meist in zu kleiner Fallzahl untersucht. „Wir begleiten die Patienten auch nach dem erfolgten Eingriff“, erklärt der Chirurg. Einen Monat sowie ein Jahr nach der OP finden Nachuntersuchungen statt, deren Ergebnisse ebenfalls in die Studie einfliessen werden.

Ziel ist es, die in Spitälern relativ hohe Infektionsrate - wie sie im soeben veröffentlichten Bericht des Nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) publiziert wurde - langfristig zu senken. Mit ersten Ergebnissen rechnen Prof. Walter Marti und PD Dr. med. Walter Weber vom Universitätsspital Basel in frühestens zwei Jahren. „In die Studie sind Operationen im Bereich der Bauchchirurgie sowie der Unfall- und Gefässchirurgie eingeschlossen“.

Zusammen mit dem Universitätsspital Basel sowie den Abteilungen Infektiologie und Spitalhygiene beider Spitäler sollte die statistisch relevante Grösse von 5000 in die Studie eingeschlossenen Eingriffen in ca. zwei Jahren erreicht werden. Damit wird das optimale Zeitfenster einer Antibiotika-Prophylaxe definiert werden können und die Daten in die Erarbeitung nationaler Richtlinien zur Senkung der Wundinfektionsrate einfliessen.