Klarheit dank "Biomarkern"

Eiweisse, Proteine und Botenstoffe im Blut geben Aufschluss darüber, wie gefährdet die Gesundheit eines Patienten ist.

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PA_GA_Fokus_Dezember2009_KSA_Optima_Unterhänger_Bild

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Susi Bodmer

Die erste Phase des im November gestarteten Projekts «Optima» dauert bis im Frühling 2010. Was bringt es dem Patienten konkret? «Speziell Personen mit Atemweg-Infektionen werden von den Erkenntnissen aus der Saison 2009/2010 profitieren. Das Fachpersonal wird entsprechend geschult und die Patienten erhalten nützliche Hinweise, die zu einem besseren Selbstmanagement führen», erklärt Barbara Reutlinger. Denn: Gut informierte Patienten lernen, Krankheiten zu verhüten; sind selbstständiger und unabhängiger.

NOCH IST ES allerdings nicht so weit: «Die erste Phase des Projekts ist erst eine Art Probelauf, in dem die Risikoeinschätzungen überprüft, verfeinert und die Abläufe eingespielt werden», erklärt Beat Müller. In der darauffolgenden Wintersaison 2010/2011 würden die optimierten Abläufe dann umgesetzt. Müller: «Und in der dritten Wintersaison möchten wir neben den Atemweg-Infektionen zusätzliche Krankheitsbilder involvieren und solche Patienten noch zielgerichteter betreuen.»

UND WIE geht man bei der Triagierung auf der Notfallstation vor? «Anhand einer Liste von Fragen erfolgt einerseits eine pflegerische Risiko-Einschätzung. Andererseits kommen verschiedene Biomarker zum Einsatz; das sind im Blut zirkulierende Eiweisse, Proteine und Botenstoffe, die krankheitsspezifische Stresszustände im Körper anzeigen », erklärt Beat Müller. Auf diesem Gebiet ist das Kantonsspital Aarau weltweit führend: So hat die Anwendung eines speziellen Biomarkers bereits zu einer 40-prozentigen Einsparung des Antibiotikaverbrauchs bei Atemweg-Infektionen seit 2007 geführt.

Autorin: Ursula Känel Kocher

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