Krankheiten

41 Impfungen in der Kindheit empfohlen - manchen Eltern ist das zu viel

Gemäss offiziellem Impfplan des Bundes sollen Kinder innerhalb der ersten zwei Lebensjahre 26 Impfungen gegen acht Krankheiten bekommen.

Gemäss offiziellem Impfplan des Bundes sollen Kinder innerhalb der ersten zwei Lebensjahre 26 Impfungen gegen acht Krankheiten bekommen.

26 Impfungen sollen Kinder laut offiziellem Impfplan während der ersten zwei Lebensjahre bekommen. Für manche dieser Impfungen muss der Bund aber richtig Werbung machen.

Dank der Impfungen sind Kinderkrankheiten seltener geworden und haben damit an Schrecken verloren. So wissen viele nicht mehr richtig Bescheid über die möglichen Folgen der Krankheiten, wie eine repräsentative Umfrage im Jahr 2012 ergeben hat. Nur 42,7 Prozent der Befragten wussten demnach, dass schwere Verlaufsformen bei einer Masern-Erkrankung ebenso häufig auftreten wie bei Kinderlähmung. Viele stuften Kinderlähmung als gefährlicher ein, wodurch auch die Akzeptanz für die Impfung höher ist.

Bei Masern hingegen ist die Impf-Zurückhaltung grösser. Eine gross angelegte Kampagne des Bundesamts für Gesundheit ruft deshalb seit Monaten zur Impfung auf. Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation und ihrer Mitgliedsstaaten, Masern in Europa bis 2015 zu eliminieren, wird die Schweiz aber wohl verpassen. Noch beträgt die Durchimpfungsquote hierzulande erst 86 statt der angepeilten 95 Prozent.

Gemäss offiziellem Impfplan des Bundes sollen Kinder innerhalb der ersten zwei Lebensjahre 26 Impfungen gegen acht Krankheiten bekommen. Innerhalb der Kindheit summieren sich die empfohlenen Impfungen auf 41. Manche Eltern empfinden das als zu viel – sie informieren sich über die Möglichkeit, gewisse Impfungen später anzusetzen oder auszulassen.

Eine neue Impfbroschüre der Stiftung für Konsumentenschutz stellt verschiedene Ansichten zu Impfungen gegen 16 Krankheiten einander gegenüber; die Broschüre kann Eltern als Entscheidungshilfe dienen.

Nachfolgend eine Auswahl der Krankheiten, gegen die der Bund Impfungen gleich zu Beginn des Lebens empfiehlt:

Masern: Die Viruskrankheit ist hoch ansteckend und äussert sich zunächst in grippeartigen Symptomen und Ausschlag, häufig gefolgt von hohem Fieber und geschwollenen Lymphknoten. Laut Impfbroschüre des Konsumentenschutzes kann es «bei allen Erkrankten zu ernsthaften Komplikationen kommen» (Hirn-, Mittelohr- oder Lungenentzündung). Die Masernimpfung erfolgt häufig kombiniert mit Wirkstoffen gegen Mumps und Röteln.

Keuchhusten: für Erwachsene unangenehm, für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich: Es kann zu Komplikationen wie Lungenentzündungen, Krampfanfällen und zu einer Schädigung des Gehirns kommen. Die Impfung wird häufig in Kombination mit Wirkstoffen gegen Tetanus (Starrkrampf) und Diphtherie verabreicht.

Haemophilus influenza Typ b (Hib): Das Bakterium ist vor allem für kleine Kinder gefährlich, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist und den Erreger nur schwer erkennt. Erkrankte leiden beispielsweise an Atemwegsinfekten, Mittelohr- oder Stirnhöhlenentzündungen. In zehn Prozent der Fälle kann die Erkrankung zu Hörverlust, geistiger oder körperlicher Behinderung oder zum Tod führen.

Kinderlähmung: Bei 5 bis 10 Prozent der Krankheitsfälle entwickelt sich eine Hirnhautentzündung mit Fieber, Kopfschmerzen und Nackensteife. Bei jeder hundertsten Erkrankung kommt es zur klassischen Lähmung, die alle Muskeln des Körpers betreffen kann. Die Lähmung kann bestehen bleiben. Es kann auch zur schweren Invalidität oder zum Tod kommen.

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