Studie
Wegen Panne bei Tierstudie:18 Rehkitze werden abgeschossen

Wegen einer Studie hat man bei 18 Rehkitzen in Bern Halsbänder mit Sendern angebracht. Weil sich diese beim Wachsen nicht ausdehnten, drohten die Tiere qualvoll zu verenden. Die Studienverantwortlichen liessen die Tiere darauf erlegen

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Die vom Bund finanzierte Studie untersucht die Auswirkungen von Luchsen auf den Rehbestand.

Die vom Bund finanzierte Studie untersucht die Auswirkungen von Luchsen auf den Rehbestand.

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Die 18 erlegten Tiere waren für eine Studie der Universität Zürich mit Halsbandsendern ausgestattet worden. Diese weiteten sich aber nicht wie vorgesehen aus, um sich an die wachsende Halsgrösse der Tiere anzupassen. Wegen der defekten Halsbänder drohte den Rehkitzen in der Region Simmen- und Kandertal ein qualvoller Tod. Die Verantwortlichen der Studie wollten die Tiere nicht länger leiden lassen und beschlossen, die Rehe von Wildhütern erschiessen zu lasen, wie es in einer Mitteilung der Universität Zürich heisst.

Man habe zuerst darüber nachgedacht, die Tiere einzufangen oder zu betäuben, um die Halsbänder auszutauschen, sagte der Sprecher der Universität, Beat Müller. Das Einfangen sei aber mit Risiken verbunden. Nach Gesprächen mit Fachleuten sei deshalb der Entscheid gefallen, die betroffenen Tiere per Notabschuss zu erlösen.

Untersuchung eingeleitet

Die Studie, die vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) finanziert wird, untersucht seit 2011 die Auswirkungen von Luchsen auf die Rehpopulation. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, nachhaltige Strategien im Umgang mit Grossraubtieren in der Schweiz zu entwickeln.

Aus ungeklärten Gründen erweiterten sich einige der angebrachten Halsbänder aber nicht wie vorgesehen. Das Problem war Mitte August erkannt worden. Die Universität Zürich, das Bafu und das Jagdinspektorat mit der Wildhut des Kantons Bern hätten daraufhin sofort reagiert, heisst es in der Mitteilung. Die Universität Zürich und das Bafu würden den Notabschuss ausserordentlich bedauern. Warum die Halsbänder versagten, werde zurzeit abgeklärt. (sda)

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