Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu sagte er weiter: "Die Behauptung eines sogenannten Genozids ist eine politische Lüge ohne rechtliche Grundlage, die historischen Tatsachen widerspricht."

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Dienstagabend auf Twitter mitgeteilt, dass er den 24. April zum nationalen Gedenktag für den Massenmord an den Armeniern machen wolle. "Frankreich schaut der Geschichte ins Gesicht", erklärte Macron dazu. Sein Land hat die Gräueltaten an den Armeniern im Osmanischen Reich offiziell als Völkermord eingestuft.

Während des Ersten Weltkrieges waren Armenier systematisch verfolgt worden. Schätzungen zufolge kamen 1915/1916 im Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier ums Leben. Die Südkaukasusrepublik Armenien fordert seit langem von der Türkei, dem Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches, die Gräueltaten als Genozid anzuerkennen. Die Türkei lehnt das jedoch ab.

Im Juni 2016 hatte auch der Bundestag in Berlin beschlossen, die Gräueltaten als Völkermord einzustufen. Ankara zog deswegen zeitweise den Botschafter aus Berlin ab. Mit der Erklärung, die Resolution sei nicht rechtsverbindlich, entschärfte die Bundesregierung den Streit später.