Vor 50 Jahren
Der Schweizer Architekt aus den USA: Walter Hunziker (91) hat das Shoppi Spreitenbach entworfen

Was er in den 1960er-Jahren schuf, hatte damals in der Schweiz noch nie jemand gesehen: Walter Hunziker, heute 91 Jahre alt, entwarf das neue Zentrum von Spreitenbach samt des ersten Einkaufszentrums des Landes.

Simone Morger
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Es ist das erste Mal, dass Walter Hunziker betritt, was er selbst vor über 50 Jahren mitgeschaffen hat. Der betagte Architekt geht durch die Mall des Shoppi Spreitenbach. Grund ist das 50-Jahre-Jubiläum: Am 12. März 1970 eröffnete das erste Einkaufszentrum der Schweiz, ein Dokfilm (oben) soll dessen Entstehungsgeschichte erzählen, produziert von der Aargauer Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Projekt Zeitgeschichte Aargau.

Walter Hunziker studierte in den USA Architektur und Stadtplanung und kam auf den Ruf Karl Schweris zurück in die Schweiz. Der Denner-Chef suchte einen Planer mit Amerika-Erfahrung. Er wollte in Spreitenbach ein Shoppingcenter bauen und die Idee dafür kam aus den USA.

Walter Hunziker (91) hat das Shoppi Spreitenbach entworfen.

Walter Hunziker (91) hat das Shoppi Spreitenbach entworfen.

Simone Morger

1963 fertigte Walter Hunziker erste Skizzen für das geplante Einkaufszentrum, 1965 präsentierte er zusammen mit seinem Geschäftspartner Fritz Frey das Modell einer überdachten zweigeschossigen Mall mit Ladengeschäften, Gastronomie und einem Springbrunnen als Mittelpunkt – umgeben von den Hochhäusern, die Spreitenbach noch immer prägen. Der ausführende Architekt übernahm den Entwurf 1:1.

Erkennungsmerkmal und Treffpunkt: der Springbrunnen im Shoppi.
11 Bilder
Flugaufnahme von Spreitenbach 1972 mit dem Shoppi im Vordergrund. Links der alte Dorfkern, rechts Neu-Spreitenbach.
Die Mall des Shoppi mit einer Rennauto-Ausstellung 1971.
Dreharbeiten für den Dokumentarfilm «Türöffnung zum Paradies», Fabian Furter, Nicole Corti (Management Shoppi Tivoli), Walter Hunziker, Simone Morger (von links).
Ein Andachtsraum im Einkaufszentrum. Das gab es in Spreitenbach.
Kaffeehaus-Atmosphäre in der Shoppingmall.
In der Anfangszeit gab es im Shoppi auch eine Kunstgalerie. Eine Ausstellung mit Werken von Hans Erni machte den Anfang.
1550 Gratisparkplätze als integraler Bestandteil des Einkaufsparadieses.
Das ersten Einkaufszenter-Kinderparadies der Schweiz war bald zu klein.
Das Hallenbad Spreitenbach entstand gleichzeitig mit dem Shoppi.
70 Meter über dem Boden: Fabian Furter (l.) und Benedikt Loderer (r.) auf dem Dach des Shoppi-Tivoli-Hochhauses.

Erkennungsmerkmal und Treffpunkt: der Springbrunnen im Shoppi.

ETH-Bibliothek

Walter Hunziker huscht ein Lächeln übers Gesicht, wenn er heute in der Spreitenbacher Mall steht. «Als Architekt passiert es oft, dass ein Bau abgerissen wird, von dem man dachte, er sei für die Ewigkeit. Aber das habe ich hier gar nicht das Gefühl.»

Mehr zum Projekt, zum Shoppi-Jubiläum und zu den Dreharbeiten gibt es im ausführlichen Artikel hier.