Covid-19
Neue Studie zeigt: Eine gut sitzende FFP2-Maske schützt fast zu 100 Prozent vor Corona

Deutsche Forscher sind über neueste Ergebnisse selbst überrascht.

Anja Stampfli
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Erklärvideo wie man eine FFP2-Maske richtig trägt.

Dass Masken einen guten Schutz bieten, sich vor Corona zu schützen, ist schon seit Pandemiebeginn klar. Und noch besser geschützt ist, wer eine FFP2-Maske trägt - da sinkt das Risiko einer Ansteckung nämlich drastisch: «Das korrekte Tragen einer FFP2-Maske lässt sich hervorragend an die Gesichtsform anpassen, wenn man die Metallbügel vor dem Aufsetzen zu einem abgerundeten W biegt, erklärt Physiker Eberhard Bodenschatz vom Max-Planck-Institut im deutschen Göttingen gegenüber CH Media. «Dann gelangen die ansteckenden Aerosolepartikel nicht mehr an der Maske vorbei, und auch Brillen beschlagen weniger».

Doch von Anfang an: Ein Forscherteam rund um Eberhard Bodenschatz des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation haben in ihrer neuesten Studie untersucht, wie hoch die Ansteckungsgefahr ist, wenn sich ein Infizierter und ein gesunde Person, beide mit einer gut sitzenden FFP2-Maske unmittelbar in der Atemluft der anderen Person befinden. Sie haben herausgefunden, dass für diese extreme Situation nach 20 Minuten die Gefahr mit einer korrekt getragenen FFP2-Maske bei etwa nur 0.1 Prozent liegt. Wenn die Maske schlecht auf der Nase sitzt, liegt sie bei 4 Prozent. Und wenn beide eine normale Hygienemaske mit gutem Sitz tragen, senkt sich die Infektionsgefahr auf maximal 10 Prozent.

Vor allem infizierte Personen sollten FFP2-Masken tragen

Die Göttinger Studie unterstreicht dabei, dass dicht getragene FFP2-Masken infektiöse Partikel besonders wirkungsvoll aus der Atemluft nehmen, also besser als die gängigen Hygienemasken. Hygienemasken lassen sich schlecht am Gesicht abdichten. Die Untersuchung bestätigt zudem die intuitive Annahme, dass für einen wirkungsvollen Infektionsschutz vor allem die infizierte Person eine möglichst gut filternde und dicht schliessende Maske tragen sollte.

Die Ansteckungswahrscheinlichkeiten, die das Max-Planck-Team ausfindig gemacht haben, geben die obere Grenze des Risikos an. «Im täglichen Leben ist die tatsächliche Infektionswahrscheinlichkeit bestimmt 10- bis 100-mal kleiner, vielleicht sogar 1000mal», so Bodenschatz zu CH Media. Denn die Luft, die an den Rändern aus der Maske strömt, wird verdünnt und in die Luft geblasen, sodass man nie die gesamte ungefilterte Atemluft abbekommt, insbesondere wenn man etwas weiter weg steht. «Wenn unter diesen Bedingungen sogar das grösste theoretische Risiko klein ist, ist man unter realen Bedingungen auf der ganz sicheren Seite», erklärt der Wissenschafter. Kurzum: Die Analyse der Göttinger Forscher zeigt, dass dicht abschliessende FFP2-Masken im Vergleich zu gut sitzenden OP-Masken 75 mal besser schützen.

Ohne Maske fast 100prozentige Ansteckungsgefahr

Untersucht wurde aber auch das Gegenteil und das hat selbst die Forscher überrascht: Selbst bei einer Distanz von 3 Metern Abstand dauert es keine fünf Minuten, bis sich eine ungeimpfte Person ohne Maske, die in der Atemluft eines Corona-infizierten Mensch ohne Maske steht, mit fast 100prozentiger Sicherheit ansteckt. «Wir hätten nicht gedacht, dass es bei mehreren Meter Distanz so schnell geht, bis man aus der Atemluft eines Virusträgers die infektiöse Dosis aufnimmt», sagt Bodenschatz weiter. Denn auf diese Distanz hat sich die Atemluft schon kegelförmig im Raum verbreitet, entsprechend verdünnt sind dann die infektiösen Partikel. Die besonders grossen und damit besonders virusreichen Partikel fallen zudem nach einer kurzen Strecke durch die Luft zu Boden. Bodenschatz ergänzt: «Unsere Ergebnisse zeigen erneut, dass das Maske-Tragen an Schulen und auch generell in Pandemiezeiten eine gute Idee ist.»

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