Comedy
So macht Wissenschaft Spass: Dieser Physiker verpackt seine Doktorarbeit in einen Rap

Das Wissenschaftsmagazin «Science» steht für höchst seriöse Forschung. Mit dem Wettbewerb «Dance your PhD» nimmt es für einmal einen etwas lockereren Zugang.

Niklaus Salzmann
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Es ist der Traum jedes Wissenschafters: Seinen Namen im berühmten Wissenschaftsmagazin Science zu lesen. Der Atmosphärenphysiker Jakub Kubecka aus Finnland hat es geschafft. Mit einem Rap-Video. Er hat den diesjährigen Wettbewerb «Dance your PhD» («Tanze deine Doktorarbeit») gewonnen. Ausgeschrieben wird dieser kuriose Preis seit 2008 jedes Jahr, und dies nicht etwa vom Satiremagazin Titanic, sondern vom berühmten Wissenschaftsmagazin Science.

Das Siegervideo: «Molecular Clusters».

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Obwohl das Video mit dem Titel «Molecular Clusters» Kubeckas Doktorarbeit thematisiert, ist es nicht von direktem wissenschaftlichem Wert. Aber von humoristischem. In Poetry-Slam-Manier nimmt der Physiker gleichzeitig die Egomanie in der Wissenschaft als ich diejenige in der Hip-Hop-Kultur auf die Schippe: «I am the first author, you’re just et al. » («Ich bin der Erstautor, ihr seit nur die ‹u.a.›».)

Der Fehltritt des Nobelpreisträgers

Klar, auch die Anspielung auf den Nobelpreis ist nicht ernst gemeint. Doch ein solches Video steht dem Gewinn des bekanntesten Wissenschaftspreises der Welt zumindest nicht im Weg. Das hat Gérard Mourou bewiesen, der französische Physiknobelpreis-Gewinner von 2018. Er hat im Jahr 2010 einen musikalischen Werbespot für das Laser-Forschungsprojekt «ELI» gedreht. Darin wird der ältere Professor von hübschen Studentinnen umschwärmt, die sich teilweise sogar entkleiden. Für diese sexistische Darstellung wurde er harsch kritisiert. Nach dem Nobelpreisgewinn drückte er öffentlich sein Bedauern aus über das Bild, das im Video vermittelt werde.

Der spätere Nobelpreisträger Gérard Mourou im umstrittenen Video.

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Dass es nicht ganz einfach ist, in einem Video den richtigen Tonfall zu finden, musste auch die ETH Zürich erfahren. Sie versuchte 2018 Jahren, Eigenwerbung in ein augenzwinkerndes Video zu verpacken. Der Versuch, klassische Werbebotschaften mit humoristischen Einlagen zu verbinden, scheiterte – auf Youtube hat das Video mehr «dislikes» als «likes».

So wollte die ETH Studierende anwerben.

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Umso höher ist die Leistung des Finnen Jakub Kubecka zu werten. Molekularcluster zu finden, mag schwierig sein. Daraus ein wirklich gelungenes Musikvideo zu machen, ist vermutlich noch schwieriger.

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