Geniessen
Basta mit der ewig gleichen Pasta! Hier kommen vier leichte Rezepte für den Sommer

Spaghetti Bolo und Pesto in Ehren – im Sommer kommen leichtere und unkomplizierte Pastagerichte auf unsere Teller.

Rahel Koerfgen
Merken
Drucken
Teilen
Mit unseren vier Gerichten werden Sie Ihre Gäste angenehm überraschen – und hoffentlich auch sich selbst.

Mit unseren vier Gerichten werden Sie Ihre Gäste angenehm überraschen – und hoffentlich auch sich selbst.

Shutterstock

Den Italienern sei Dank: Ihr wohl wichtigstes kulinarisches Kulturgut, die Pasta, hat unseren Menüalltag schon viele Male bereichert. Auf der Pasta-Hitliste der Schweizer seit Jahrzehnten ganz oben: Spaghetti Bolognese und Carbonara, Spaghetti mit Pesto, Nüdeli mit Tomatensauce und der Hörnlisalat. Der Gourmet, ein Gewohnheitstier.

Wer allerdings denkt, er esse bei ersterem Gericht original italienisch, hat sich geschnitten: Unsere geschätzten Nachbarn im Süden verzehren den groben Sugo niemals mit Spaghetti oder einer anderen langen Pasta. Eine Todsünde fast schon, genauso wie die Pizza Hawaii.

Denn die Grundregel besagt: Flüssige Sauce serviert man mit langer, dünner Pasta – also zum Beispiel Spaghetti, Linguine, Bucatini oder Bavette –, dickflüssige und stückelige Saucen wie eben die Bolognese derweil mit kurzer Pasta, wie etwa Rigatoni, Penne, Farfalle, Trofie oder Orecchiette. Kleinpasta wie Stelle (Sternchen) oder Risoni hingegen können sich sowohl flüssigen als auch dickeren Saucen anpassen.

Lauwarm und leicht

Auch der Hörnlisalat ist eine Schweizer «Erfindung». Die Italiener servieren Pastasalat nämlich anstatt mit Cervelat-, Gruyère- und Essiggurkenstückchen lieber mit grilliertem Gemüse und in reichlich Olivenöl geröstetem Brot – Croutons, wie wir sagen.

Und im Sommer ist selbst ihnen eine dampfende Tomatensauce zu viel. Dann werden die Teigwaren oftmals nur lauwarm mit einer leichten und erfrischenden Zitronensauce serviert.
Schliesslich gibt es unzählige Arten von Pesto – warum also nicht einmal das Original mit Basilikum und Pinienkernen links liegen lassen?

Wir lieben zum Beispiel ein Pesto, dessen Grundlage Baumnusskerne sind. Kombiniert mit getrockneten Tomaten, ist das Gericht eine Wucht. Wir haben uns für Sie an den Herd gestellt und ganz eigene Alternativen zu Bolognese, Pesto, Tomatensauce und Hörnlisalat ausgetüftelt.

Alles ziemlich leichte Kost, passend zum Sommer: Unter den Vollkornpasta-Salat etwa mischen wir kalorienarmen Hüttenkäse und geben ihm mit Pak Choi eine exotische Note. Das Hackfleisch der Bolognese ersetzen wir mit Wurstbrät der Bauernbratwurst, die normalerweise auf dem Grill landet, und lassen es im Rotweinsud einkochen. Und statt Tomatensauce gibt es Fenchel aus dem Ofen mit frischer Zitrusnote.

Mit diesen vier Gerichten werden Sie Ihre Gäste angenehm überraschen – und hoffentlich auch sich selbst.

Nüdeli mit Rotwein-Salsiccia-Sauce

Für 3 Portionen
2 Stück Bauernbratwurst (260 g)
2 Frühlingszwiebeln mit Grün
2 dünne Stangensellerie
½ Bund Majoran
2 EL Öl, zum Beispiel Rapsöl
1 dl Rotwein
Wenig Kalbsfonds
Wenig Salz, Pfeffer
Wasser nach Bedarf
½ Becher Sauerrahm
Frisch geriebener Parmesan
300 g Nüdeli

In einem grossen Topf Wasser aufkochen, salzen und die Nüdeli bissfest garen. Unterdessen das Wurstbrät aus der Haut drücken und mit einer Gabel grob zerteilen. Die Frühlingszwiebeln fein hacken, das Grün der zweiten Zwiebel auf die Seite legen. Den Stangensellerie in Scheiben schneiden, die Majoran-Blätter vom Zweig zupfen. Nun das Öl in einer weiten Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln bei grosser Hitze kurz andünsten, den Sellerie beifügen, weiterdünsten. Das Wurstbrät beifügen und unter Rühren scharf anbraten. Mit Rotwein ablöschen, auf mittlere Hitze reduzieren. Sobald der Wein zur Hälfte eingekocht ist, den Majoran beifügen und den Kalbsfonds unterrühren. Bei Bedarf – wenn die Sauce zu dicklich wird – ein wenig Wasser dazu. Herd abstellen, Sauerrahm unterrühren. Die Nüdeli untermischen. Nach Bedarf salzen und pfeffern. Mit dem beiseitegelegten Grün der Frühlingszwiebel garnieren, Parmesan darüber reiben und sofort servieren.

Spaghetti mit Baumnusspesto

Für 3 Portionen
150 g Baumnusskerne
2 Knoblauchzehen
100 g Parmesan
½ Bund Basilikum
100 g Crème fraîche
4 EL Milch
3 EL Olivenöl
8 Stück getrocknete Tomaten in Öl
1 rote Zwiebel
1 dl Marsala
Wenig Zitronensaft
300 g Spaghetti

Baumnusskerne im Mörser fein zerdrücken, den Basilikum fein hacken. Den Parmesan reiben und mit dem Basilikum unter die Nüsse mischen, ebenso die gepressten Knoblauchzehen. Crème fraîche und Milch hinzufügen, gut mischen. Dann das Öl dazu, wieder mischen. Die Masse kühl stellen. Nun die getrockneten Tomaten abtupfen und in feine Streifen schneiden. Danach in einer Pfanne wenig Olivenöl heiss werden lassen. Die gehackte Zwiebel andünsten. Die Dörrtomaten hinzufügen, kurz mitdünsten, salzen und pfeffern. Dann mit dem Marsala und einem Spritzer Zitronensaft ablöschen und ein bisschen einkochen lassen. Die Pfanne vom Herd nehmen. Nun in einer weiteren grossen Pfanne nochmals Olivenöl heiss werden lassen. Die bissfest gegarten Spaghetti hinzufügen und die Hitze sofort auf kleine Stufe reduzieren. Den Pesto gut untermischen. Spaghetti auf Tellern anrichten, Dörrtomaten darüber verteilen und mit Basilikum garnieren.

Orecchiette mit geröstetem Zitronenfenchel

Für 2–3 Portionen
1 Fenchelknolle
1 Knoblauchzehe
½ unbehandelte Bio-Zitrone
½ Peperoncino
3 Zweige Thymian
5 EL Olivenöl
1 Teelöffel Rohzucker
Kräutersalz
300 g Orecchiette

Backofen auf 220 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Fenchel in dünne Spalten schneiden, dabei ein bisschen Fenchelgrün für die Deko beiseitelegen. Zitrone in sehr dünne Scheiben schneiden, ebenso den Peperoncino. Den gepressten Knoblauch in einer kleinen Schüssel mit dem Öl und dem Zucker vermischen. Die Blätter des Thymians vom Stiel lösen, mit dem Salz zum Knoblauchöl geben. Den Fenchel, die Zitronenscheiben und den Peperoncino in eine Auflaufform geben und das Öl darüber verteilen. Sehr gut mischen. In den vorgeheizten Backofen schieben. Nach 20 Minuten die Form herausnehmen, alles gut durchmischen, eventuell nochmals wenig Öl dazugeben. Nochmals 15 Minuten rösten, bis der Fenchel eine bräunliche Farbe annimmt. Unterdessen die Orecchiette im Salzwasser al dente garen, dann sofort das Wasser abschütten und auf Teller schöpfen. Das Ofengemüse darüber verteilen und mit dem Fenchelgrün garnieren. Tipp: Wer sie nicht mag, kann die Zitronenschalen vor dem Servieren entfernen. Das Fruchtfleisch löst sich beim Backen automatisch von der Schale.

Vollkornfusilli-Salat mit Croutons

Ein paar Scheiben Brot vom Vortag
Kräuter nach Gusto (Peterli, Rosmarin, Salbei)
1 gepresste Knoblauchzehe, wenig Salz
5 EL Olivenöl
1 Portion Trutenschinken, hauchdünn (80 g)
100 g Hüttenkäse oder Mozzarellaperlen
1 kleine Zucchetti
2 grosse Blätter Pak Choi (inklusive Stiel)
300 g Vollkornfusilli
1 TL Senf
4 EL Ketchup
Je 5 EL Kräuteressig und Olivenöl
3 EL griechischer Joghurt
0,5 dl Gemüsebouillon, erkaltet
Salz und Pfeffer

Das Brot würfeln. In einer Bratpfanne das Olivenöl erhitzen. Die Knoblauchzehe dazugeben, Hitze reduzieren. Brotwürfel und gehackte Kräuter sofort dazugeben, gut mischen und grosszügig salzen. Die Würfel rösten, stets umrühren. Sobald sie bräunlich sind, vom Herd nehmen und auskühlen lassen. Fusilli in Salzwasser kochen und bissfest garen. Abtropfen und auskühlen. Im Teigwarenwasser die Pak-Choi-Blätter 2 Minuten blanchieren. Danach in feine Streifen schneiden. Die Zucchetti würfeln und mit wenig Olivenöl, Salz und Pfeffer 10 Minuten dünsten. Vom Herd nehmen. Nun den Trutenschinken in feine Streifen schneiden. Die Fusilli in eine Schüssel füllen. Den Pak Choi, den Schinken, Käse und die Zucchetti hinzufügen, mischen. Nun alle Zutaten ab dem Senf für das Dressing verrühren und zur Pasta geben. Kurz vor dem Servieren die Croûtons unterheben.