Prinzenhochzeit
Zufall oder nicht? Hunderte britische Paare heiraten am selben Tag

Wie ist es wohl, zufällig denselben Hochzeitstermin gewählt zu haben wie Prinz William und Kate Middleton? Hunderte britische Paare fragen sich, wie sie damit umgehen sollen, dass das Rampenlicht bereits prominent besetzt ist.

Raphael Satter, AP
Merken
Drucken
Teilen
Die royale Briefmarke
8 Bilder
Das Paar auf einer Teetasse
Jeder kann ein Royal sein: Die Maske machts möglich
Hochzeitskuchen mit dem Bildnis des Paares
Welches Souvenir darf es sein?
Hochzeitsbier
Nehmen ein Bad im heissen Wasser: Kate und William als Teebeutel
Kate und William so weit das Auge reicht

Die royale Briefmarke

Keystone

Sharon Hannon sagt, sie habe anfänglich bestürzt reagiert, als im Fernsehen unter einem Bild des Prinzen und seiner Zukünftigen plötzlich ihr eigenes Hochzeitsdatum aufgeleuchtet habe. «Natürlich war das zuerst ein völliger Schock», erinnert sie sich. «Warum mussten sie sich denselben Tag aussuchen wie wir?»

Das Interesse der Medien ist gross. Webseiten zur Hochzeitsplanung im Internet sind zugepflastert mit Anfragen von Journalisten, die mit Paaren sprechen möchten, die ebenfalls am 29. April den Bund für's Leben schliessen.

Langes Wochenende

Einige klagen darüber, dass der eigens wegen der Hochzeit von William und Middleton ausgerufene Feiertag dazu führt, dass Blumenhändler und Partyservice in ihrem Ort an jenem Wochenende geschlossen bleiben.

Andere freuen sich darüber, dass der zusätzliche arbeitsfreie Tag es manchen Gästen überhaupt erst erlaubt, zu ihrer Hochzeit zu kommen. Viele sagen, dass es schwierig werden dürfte, den Glanz Middletons auch nur annähernd zu erreichen.

Das befürchtet auch Hannon, die mit ihrem künftigen Mann ein Gasthaus bei Glasgow betreibt. «Noch mehr als eine Königshochzeit geht nicht», sagt sie. «Alles dreht sich um die königliche Hochzeit. Es gibt kein Entrinnen.»

Manche nehmen es mit Humor

In der englischen Kleinstadt Spalding wohnt ein Paar, das das Zusammentreffen der Termine mit Humor nimmt. In ihrer Einladung zur Trauung weisen Fritha Ansell und ihr Bräutigam Will Dolton scherzhaft darauf hin, dass ein gemeinsamer Empfang mit dem Prinzen und seiner Braut leider abgesagt werden müsse.

«Realistischerweise wäre es vielleicht eine gute Idee, wenn Ihr Eure Brieftaschen mitbringt, denn Kate und Will werden wohl nicht für kostenlose Getränke sorgen, wie wir das eigentlich gehofft hatten», heisst es in dem Schreiben an die Gäste.

Das Paar sandte die Einladung sogar an Williams Büro im St.-James- Palast. Zu Ansells Überraschung kam tatsächlich eine Antwort - «ein sehr netter Brief» mit einer höflichen Absage.

Sioned Tym-Crowther hat ihre eigene Trauung bewusst auf den Freitag gelegt, den Tag der königlichen Eheschliessung. «Das ist wie unsere eigene königliche Hochzeit», sagt die Versicherungsangestellte aus Sheffield. Vor allem sei es ihr und ihrem Lebensgefährten Ben Smith dabei um das lange Wochenende gegangen.

Der einzige Wink, der an die fast gleichzeitig in London stattfindende Hochzeit erinnern werde, seien Tassen im Stil von «Will and Kate» mit aufgedruckten Fotos von Smith und Tym-Crowther.

Fernseher einschalten oder nicht?

Vermutlich werde sie mit ihren Brautjungfern die Zeremonie am Morgen im Fernsehen verfolgen, während sie sich auf ihre eigene Hochzeit vorbereite. «Ich freue mich darauf, zuzuschauen und zu sehen, wie ihr Kleid aussieht.»

Sharon Hannon hat sich mit dem Zusammenfallen der Termine abgefunden. Zwar habe man ihr geraten, den Fernseher nicht anzuschalten, während sie sich selbst auf ihre Trauung vorbereite, aber ihr seien Zweifel gekommen.

«Ich würde Kates Hochzeit gerne sehen, aber ich will sie nicht mit meiner eigenen vergleichen», sagt sie. Und fügt hinzu: «Aber einen winzig kleinen Blick werfe ich am Morgen vielleicht doch drauf.»