Bühne
Mit Alex Porter von der Baja California ins Weltall und zurück

Alex Porter zeigt in «Imagine» sein breites Repertoire – mit vielen schönen Momenten und ein paar erzählerischen Hängepartien.

Stefan Welzel
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Multitalent Alex Porter.

Multitalent Alex Porter.

Bild: Christoph Hoigné

Heimspiel und Heimpremiere für Alex Porter. Am Samstagabend stand der Udligenswiler Zauber- und Performancekünstler mit seinem neuen Programm «Imagine» auf der Bühne des Luzerner Kleintheaters. Im Gepäck hatte er jede Menge neue Kartentricks und einige philosophisch angehauchte Anekdoten, die er aus seinem reichen Lebenserfahrungsschatz zum Besten gab. Angekündigt war dabei ein Alex Porter, der als «Major Tom einen Abend lang durch das Universum fliegt».

Nun, ganz so astronautisch ging es dann doch nicht immer zu und her. Die Show beginnt mit einem behänden Kabinettstückchen: Fast wie bei einer seiner typischen Fingerballett-Einlagen lässt Porter die Bierflaschendeckel in rasender Geschwindigkeit verschwinden und andernorts wieder auftauchen. Mit der Kamera erfasst und auf Leinwand projiziert, schauen wir gebannt auf das faszinierende Spiel.

Danach folgt ein erster Ausflug in Porters Welt poetisch-absurder Geschichten. Wir wissen es und lauschen gespannt: Dieser Zauberer ist auch ein bisschen Lyriker, Comedian und Musiker. Er nimmt uns mit auf einen beinahe halluzinogenen Trip in die Wüste der Baja California, berichtet von einer Begegnung mit einer Frau, die sich «mehr Zeit zum Nachdenken als zum Reden genommen hat». Porters Gedankenströme sind mal mit subtilem Humor durchsetzt, mal etwas grüblerisch, dann wieder mit musikalischen Elementen versehen. Das Multitalent zieht alle Register, bevor es aus seinen Schuhen und Händen einen endlos scheinenden Strom von Wüstensand auf den Boden rinnen lässt.

Effektvoll lässt Porter den Sand scheinbar endlos aus seinen Händen strömen.

Effektvoll lässt Porter den Sand scheinbar endlos aus seinen Händen strömen.

Bild: Christoph Hoigné

Dieses Wechselspiel bleibt sich gleich. Tricks folgen auf Anekdoten und umgekehrt. Beeindruckend die vielen Varianten an Kartenzaubereien. Natürlich gehört die Publikumsinteraktion zu den Hauptmerkmalen einer solchen Show. Immer wieder holt sich Porter Gäste auf die Bühne, die den in stupender Finesse vollzogenen Kniffs auch von Nahem nicht auf die Spur kommen.

Fragen zu Raum und Zeit

Ein Hauch von Astrophysik philosophiert sich Porter mit Gedanken zur Lichtgeschwindigkeit, schwarzer Materie und Fragen zu Raum und Zeit herbei. Das ist ganz amüsant, letztlich aber ein etwas sehr konstruierter Rahmen für seine Tricks, die wohl in jedes beliebige Themen-Setting passen würden. Und wenn er von seiner Begegnung mit einem Künstlerfreund in Berlin erzählt und etwas arg lange braucht, um auf die Pointe zu kommen, ist Major Tom doch ziemlich weit weg.

Umso präsenter ist Porter als Spieler einer riesigen «Shisha-Flöte», als scatender Jazzer oder singender Gipsy-Musiker. Und wenn er zurückkehrt zu einer seiner Absurditäten wie dem Schmuckkästchen voller «Garderoben-Nichts», kommt wieder der Vollblutzauberer zu Tage. Porter liefert, was man von ihm kennt und erwartet. Mit vielen magischen und einigen musikalischen Höhepunkten sowie ein paar lyrischen Hängepartien, die nicht ganz so überzeugen.

Weitere Vorstellungen bis 10. Dezember, www.kleintheater.ch

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