Das Verfassen von Büchern spielt im Leben von Heinz Walter eine grosse Rolle. Acht Stunden am Tag sitzt er an seinem Computer und verfasst Texte, die er später in Buchform herausgibt. Körperlich ist der 83-Jährige nicht mehr so fit, wie er gerne wäre. «Ich sitze zu viel und bewege mich zu wenig», sagt er. «Aber mein Geist läuft auf Hochtouren», fügt er mit einem Schmunzeln hinzu. Die selbstverfassten Werke stapeln sich auf dem Wohnzimmertisch in seiner Wettinger Wohnung. Dazu gehören 21 Bände mit Aphorismen und Gedichten in schweizerdeutscher, schriftdeutscher und schwäbischer Sprache. Die Geschichte des Judo Clubs Baden-Wettingen zum Beispiel, die er 2012 zu deren 63-jährigen Bestehen herausgegeben hat. Gerade arbeitet er an einem weiteren Buch über den Judo Club Bad Zurzach sowie an zwei neuen Gedichtbänden.

Für seine Kinder und sieben Enkelkinder verfasste Heinz Walter eine fünfteilige Biografie mit dem Namen «Ich und die anderen». Das sei gegen das Vergessen, sagt er. Wenn der gebürtige Tübinger mit Schweizerpass von seinen Erlebnissen während des Zweiten Weltkriegs spricht, wird er heute noch sehr emotional. «Wir hatten nichts zu essen, meine Mutter wog nur noch 40 Kilo und der Vater war in Polen und Russland an der Front», erinnert er sich. Durch das Buch «Belogen, betrogen, davongekommen» verarbeitete er seine schwierige Jugend. «Wir wurden vom Dritten Reich belogen, betrogen und kamen mit einem blauen Auge davon», sagt er zum Titel.

Er will, dass andere profitieren

Gedruckt hat der Wettinger alles in Eigenregie. «In einer kleinen Stückzahl, damit ich es mir überhaupt leisten konnte», sagt er. Der gelernte Mechaniker stieg vom Akkordarbeiter mit anfänglich Fr. 2.66 Stundenlohn bis zum Abteilungsleiter in einer Zürcher Werkzeugmaschinenfabrik auf. 24'000 Franken habe er bisher in sein Hobby investiert. «Das Geld hätte ich auch versaufen oder verzocken können. Ich mache wenigstens etwas Sinnvolles», sagt Heinz Walter. Sein grösster Traum sei es, einen Verleger zu finden.

Wenn der Autor in seinen Werken blättert, um eine bestimmte Stelle zu suchen und vorzulesen, ist die grosse Leidenschaft deutlich spürbar. «Ich würde mir wünschen, dass andere Menschen von meinen Erfahrungen profitieren. Das kostet sie nichts. Mich hingegen haben diese Lernprozesse meistens viel gekostet», sagt er und lacht. Heinz Walter weiss, dass es heutzutage nicht einfach ist, mit Büchern auf Interesse zu stossen. «Natürlich wäre es für mich eine enorme Genugtuung, wenn Leute meine Sachen lesen würden. Sollte nach meinem Tod jedoch alles ins Altpapier gehen, kann ich das nicht verhindern», meint er nüchtern. Weiterschreiben wird Heinz Walter so oder so. Denn das Schreiben sei neben der Familie sein Motor, der ihn auf Trab und damit am Leben hält.