Tod einer Ikone
"Tschou zäme, es isch schön gsy": Polo Hofer stirbt mit 72 Jahren

Der Berner Mundart-Rocksänger Polo Hofer ist tot. Mit 72 Jahren starb er am Samstagabend daheim in Oberhofen am Thunersee. "Tschou zäme, es isch schön gsy!" heisst es in der von ihm verfassten Todesanzeige.

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Einer der letzten öffentlichen Auftritte: Polo Hofer posiert während der Enthüllungszeremonie seines Denkmals am 16. Mai 2017 im Hafen in Oberhofen am Thunersee.
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Die Statue wurde vom Kuenstler Inigo Gheyselinck aus einer Weisstanne aus Polo Hofers Heimatort Interlaken hergestellt. Sie wird später auf dem Schiff "Blüemlisalp" montiert.
Gezeichnet von seinen Leiden: Polo Hofer.
Polo Hofer wurde mit der Mundart-Rockband Rumpelstilz berühmt. Hier 1975 an einem Konzert.
Rumpelstilz in einer Aufnahme vom 12. April 1972. Hintere Reihe, von links nach rechts: Hanery Amman, Schifer Schafer und Milan Popovich, vorne links sitzt Polo Hofer, rechts Kuere Guedel.
Rumpelstilz auf der Bühne.
Rumpelstilz in einer Aufnahme vom 3. Februar 1977, von links nach rechts: Milan Popovich (Bass), Polo Hofer (Vocals), Hanery Amman (Piano), Schifer Schafer (Gitarre) und Kurt Guedel (Schlagzeug).
In den 80er-Jahren kam Hofer mit seiner Schmetterband auf. Bis 2004 war er mit ihr aktiv.
Ein Auftritt am Openair "Rock gegen Hass" am 20. Juni 1993 in Lengnau.
Hier signiert Hofer ein T-Shirt eines Fans.
Passioniert: Polo Hofer.
Immer wieder provozierte Polo National, wie hier an einem Konzert in Fribourg am 1. April 2000.
Polo Hofer
2015 wurde Hofer als Schweizer des Jahres ausgezeichnet.
Exotisch: Polo Hofer 2007 auf der Kleinen Scheidegg.
Hofer trug wesentlich zur Popularisierung schweizerdeutsch gesungener Rock- und Popmusik bei.
Polo und die Stars: Hier begleitet er Udo Lindenberg auf die Bühne des Wankdorfstadions in Bern (1989).
Polo Hofer wurde als Schweizer des Jahres 2015 ausgezeichnet.
Den Namen „Polo“ erhielt er als Pfadfinder von Hugo Ramseyer, dem Gründer des Zytglogge Verlags, weil Polos Eltern im „Maison Hofer“-Modegeschäft in Interlaken bereits Polohemden anboten, was damals etwas Neues war.
Über vierzig Jahre stand Polo Hofer auf der Bühne.
Am Samstag, 22. Juli, ist Polo Hofer gestorben. Seine Familie hat den Todesfall bestätigt.
Polo Hofer während eines Interviews. Die folgenden Bilder entstanden im Sargatelier seiner Frau Alice Hofer.

Einer der letzten öffentlichen Auftritte: Polo Hofer posiert während der Enthüllungszeremonie seines Denkmals am 16. Mai 2017 im Hafen in Oberhofen am Thunersee.

Keystone

"Am Samschtig, 22. Juli, churz vor Mitternacht, het mys letschte Stündli gschlage und i bi zfriede deheime ygschlafe", hiess es in einer kurzen Pressemitteilung, die seine Familie am Montagabend verschickte. Auf Hofers Wunsch werde es weder eine Aufbahrung noch eine Abdankung geben.

Der Schweizer Kulturminister Alain Berset würdigte Hofers Lebenswerk in einer kurzen Stellungnahme. Hofer habe "wie kein anderer vor ihm die Mundart und die Rockmusik zusammengeführt", erklärte Berset. "Er hat auch ganzen Generationen in allen Sprachregionen der Schweiz gezeigt, wie viel Kraft, wie viel Geist, wie viel Poesie in der Berner Mundart steckt."

Karriere mit Rumpelstilz

Der Interlakner Polo Hofer war Mitbegründer der ersten Schweizer Mundartrock-Band. Rumpelstilz wurden mit Songs wie "Kiosk" und "Teddybär" berühmt, aber auch mit Klassikern wie "D Rosmarie und i" oder "Die gfallene Ängel".

Später blieb Hofer mit anderen Bands auf der Erfolgsspur. Songs wie "Giggerig" liefen im Radio in Endlosschlaufe. Der von Hofer und seinem langjährigen Weggefährten Hanery Amman komponierte Hit "Alperose" wurde 2006 vom Schweizer Fernsehpublikum zum grössten Schweizer Hit aller Zeiten gewählt.

Verkäufer und Provokateur

Polo Hofer war nicht nur ein erfolgreicher Musiker und begnadeter Verkäufer - er tanzte immer schon auf vielen Bühnen. Für ein provokantes Polit-Statement war er immer zu haben. Er war der Kiffer der Nation, aber er engagierte sich auch im Kampf gegen Aids und erhob seine Stimme gegen rechtspopulistische Tendenzen.

Seit einigen Jahren hatte der Schlagzeuger, Sänger, Dichter und Maler mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Vor gut zehn Jahren lag er wegen einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse zehn Tage lang im künstlichen Koma, ein Jahr später folgte eine Operation an den Stimmbändern.

2016 wurde bekannt, dass Polo Hofer an Lungenkrebs erkrankt war. Sein letztes Album "Ändspurt" erschien am 8. Januar 2016.

"Danke für die schönen Momente"

Viele Künstler-Kollegen von Hofer äusserten am Montagabend ihre Trauer über Polo Hofers Hinschied. "Danke für all die wunderbaren Lieder und die schönen Momente" schrieb etwa Francine Jordi auf Facebook. "Traurig nehmen wir Abschied von einem der grössten Schweizer Musiker" hielt Marc Sway fest.

Berset würdigt Hofer

Bundesrat Alain Berset hat am Montagabend das Schaffen des verstorbenen Mundartrockers Polo Hofers gewürdigt. Hofer habe "wie kein anderer vor ihm die Mundart und die Rockmusik zusammengeführt", erklärte der Schweizer Kulturminister in einer Stellungnahme.

"Er hat auch ganzen Generationen in allen Sprachregionen der Schweiz gezeigt, wie viel Kraft, wie viel Geist, wie viel Poesie in der Berner Mundart steckt", führte der SP-Bundesrat weiter aus.

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