Eurovision Song Contest

Heilsarmee-Streit: «Schweizer Fernsehen war informiert»

Die Heilsarmee-Band bei ihrem Auftritt zur Auswahl für Malmö

Die Heilsarmee-Band bei ihrem Auftritt zur Auswahl für Malmö

Das Schweizer Fernsehen war informiert, dass die Heilsarmee-Band im Finale Namen und Uniform ändern muss - vor dem Auftritt der Band. Das sagt die Chefin des Europäischen Rundfunks (EBU) und Veranstalterin des Song Contests (ESC), Ingrid Deltenre.

Das Schweizer Fernsehen war informiert, dass die Heilsarmee-Band im Finale Namen und Uniform ändern muss. Und zwar bereits vor dem Auftritt vor dem heimischen TV-Publikum. Die Chefin des Europäischen Rundfunks (EBU) und Veranstalterin des Eurovision Song Contests (ESC), Ingrid Deltenre (52), spricht in der Zeitung «Der Sonntag» Klartext.

«Wir hatten das Schweizer Fernsehen bereits vor seiner nationalen Auswahl informiert, dass - sollte dieser Song gewinnen - der Name der Band und ihre Kleidung geändert werden müssen», sagt die ehemalige Direktorin des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF).

(Quelle: youtube.com/SwissRedshield)

Heilsarmee mit «You and Me»

Grund für die Auflage: «Die Heilsarmee ist eine Organisation und eine Marke. Der Song Contest ist aber keine Bühne, um Marken und deren Werte zu bewerben.» Diese Regel gelte für die Heilsarmee genauso wie sie auch beispielsweise für Greenpeace, WWF, Nike oder Apple gelten würde. «Wenn die Band nicht ‹Heilsarmee› heissen und nicht deren offizielle Uniform tragen würde, würde der Beitrag den Regeln des ESC entsprechen und wäre willkommen.»

Zur Problematik, dass eine Freikirche die Schweiz vertritt, sagt Deltenre: «Die Schweizer haben sich für diese Band entschieden, weil sie sich durch die Band am besten vertreten fühlen.» Warum das Schweizer Fernsehen die Heilsarmee trotz Änderungsauflagen der EBU ins Rennen schickte, ist fraglich. Sven Sarbach, Leiter Show und Events sagt: «Die EBU wies uns zwar darauf hin, dass die Heilsarmee mit ihrer Uniform und ihrem Namen wegen Regelverstössen allenfalls nicht auftreten könne. Eine definitive Beurteilung sicherte die EBU uns aber erst nach der Nomination zu.» Ein Ausschluss der Heilsarmee hätte folglich lediglich auf Hinweisen beruht.

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