Chris von Rohr

«Gegen den Strom zu schwimmen, hat Krokus stark gemacht»

Hoch hinaus: Dieses Motto führte Krokus laut Chris von Rohr (2. v. l.) zum Erfolg. Seine Gesprächspartner in der Sendung «TalkTäglich»: Swiss-Awards-Moderatorin Melanie Winiger, Oliver Rosa, Organisator der Swiss Awards, und Moderator Markus Gilli (v.l.)

Hoch hinaus: Dieses Motto führte Krokus laut Chris von Rohr (2. v. l.) zum Erfolg. Seine Gesprächspartner in der Sendung «TalkTäglich»: Swiss-Awards-Moderatorin Melanie Winiger, Oliver Rosa, Organisator der Swiss Awards, und Moderator Markus Gilli (v.l.)

Sehen Sie die Highlights aus der Sendung in unserem Zusammenschnitt.

Am Freitag erhalten die Solothurner Rocker Krokus einen Swiss Award für ihr Lebenswerk. Es ist die erste Ehrung aus der Schweiz. Genau im fehlenden Lob aus der Heimat sieht Mitbegründer Chris von Rohr das Erfolgsgeheimnis der Band.

40 Jahre und mehr als 15 Millionen verkaufte Tonträger – Krokus blicken auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Und nicht nur das, laut Gründungsmitglied Chris von Rohr stehen die Rocker gegenwärtig an einem weiteren Höhepunkt ihrer Karriere: «Live sind wir besser denn je», sagt von Rohr in der Sendung «TalkTäglich».

Zum Mitgrölen: Krokus mit «Bedside Radio» live in der Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn, 30.8.2013

Zum Mitgrölen: Krokus mit «Bedside Radio» live in der Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn, 30.8.2013

Den Ehrenpreis für ihr Lebenswerk erhalten Krokus am Freitag an den «Swiss Music Awards» im Züricher Hallenstadion. Es ist nicht die erste Auszeichnung für die Band – 1983 schon wurden sie etwa zu Ehrenbürgern der US-Stadt Tennessee erklärt. Ist dies nun der erste Preis aus der Schweiz für die Rockband aus Solothurn? «Ja, ich glaube», sagt von Rohr selbst etwas ungläubig.

«Es ging auch ohne die linke Kultur-Sauna»

«Wir haben nie richtig dazugehört, schon gar nicht zum subventionierten linken Kultur-Sauna-Ding», erklärt sich von Rohr das lange Warten auf eine Ehrung aus dem Heimatland. In der Schweiz seien Krokus belächelt worden. «Was wollen diese Bauern von Solothurn jetzt da?», habe man sich wahrscheinlich gedacht. Was er unter der «linken Kultur-Sauna» versteht, will von Rohr, der sich selbst politisch eher rechts prositioniert, nicht ausführen.

Doch gegen den Strom zu schwimmen, das gebe Muskeln, sagt der Krokus-Mitbegründer. Eine weitere Zutat für die Erfolgskarriere: «Wir haben die Messlatte immer hoch angesetzt.» Vorbilder waren internationale Grössen. «Kein Plan B – wir haben uns orienitiert an den Stones, an AC/DC, an den grössten Rockbands.»

Das vertrage sich nicht gut mit der Schweizer Bescheidenheit, wirft Markus Gilli ein. «Das ist der Neid», sagt von Rohr. Wer in der Schweiz zu hoch hinaus wolle, werde niedergemäht. Doch gerade daran sei die Band gewachsen. Von Rohr ballt die Fäuste: «Wir brauchen diese sinnlosen Kritiker, um aufzuwachen und zu sagen: Jetzt gibt es Faustsandwichs, Freunde.»

Hier widerspricht ihm Swiss-Music-Awards-Organisator Oliver Rosa: «Das ist doch gar nicht mehr so, Chris, ich glaube, die Schweiz ist viel selbstbewusster worden.»

Er habe trotzdem noch nie einen positiven Artikel über Krokus im «Tagesanzeiger» gelesen, kontert von Rohr. «Aber das ist gerade geil, ich liebe das!» Moderator Markus Gilli fasst treffend zusammen: «Dich motiviert das. Du hättest nie eine solche Karriere gemacht, wenn dich immer alle gelobt hätten.» 

Winiger ist «die Penelope Cruz der Schweiz»

Daneben schäkert Chris von Rohr in der Sendung mit Swiss-Awards-Moderatorin Melanie Winiger – angetan von ihrer Vorliebe für wilde Rocker wie die Stones und ihrem schauspielerischen Talent. «Sie ist für mich die Penelope Cruz der Schweiz», sagt er. «Jetzt ohne Scheiss. Diese Frau hat Talent, Natürlichkeit und alles, was es braucht.» 

Winiger beschenkt er nicht nur mit einem Krokus-T-Shirt («Fürs Bett.»), sondern legt ihr auch die Handschellen von seinem Schlüsselanhänger an. (smo)

«TalkTäglich» zur Krokus-Ehrung: Sehen Sie hier die ganze Sendung.

«TalkTäglich» zur Krokus-Ehrung: Sehen Sie hier die ganze Sendung.

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