Ein tragisches Ereignis zwingt die Organisatoren von «Em Bebbi sy Jazz», einen der mehr als 30 Spielorte zu streichen: die Bühne im Pharmaziehistorischen Museum. Am Freitag erst starb der Museumsdirektor dort an seinem Arbeitsplatz, die Mitarbeiter stehen unter Schock. Da kann man nachvollziehen, dass eine Festhüttenstimmung am Freitag fehl am Platz wäre.
Die Organisatoren haben umdisponiert und die Spieldauer auf dem Andreasplatz erweitert. Auf dieser fügen sich die Cristiano Matos Band (18 Uhr) und die Ritmo Jazz Group (23.15 Uhr) auch inhaltlich nahtlos ins Programm, liegt auf dem Andreasplatz doch der Schwerpunkt bei lateinamerikanischen Sounds.

Fokus liegt bei Funk und Soul

Den stilistischen Fokus legt das Organisationskomitee um Präsident Peter Eichenberger und Programmator Eduard Löw heuer auf Funk und Soul. Besonders gespannt sein kann man dabei auf das Comeback von Grand Mothers Funck. Die Berner Combo liess in den 1990er-Jahren international aufhorchen, wurde von zahlreichen Festivals gebucht, weil sie Virtuosität mit tanzbaren Grooves und Dringlichkeit vereinte. GMF, wie man sie abgekürzt nennt, galten als Schweizer Pendant zu den Schwergewichten aus den USA wie zum Beispiel Defunkt. Ob sie ihre Qualitäten im 25. Bandjahr noch immer so ausspielen können wie einst im Mai? Davon kann man sich auf dem Rümelinsplatz (23 Uhr) ein Bild machen.

25 Jahre sind noch grosse Zukunftsmusik für eine Funkband aus dem Umfeld des Gym Liestal: Blue Carpet heisst die Nachwuchscombo, die en passant für den Willen des OKs steht, das traditionsreiche Festival mit frischem Blut zu versorgen. Die Transfusion kann man sich um 18.30 Uhr vor der Bühne des Stadthaus Höfli reinziehen.

Insgesamt bilden 80 Acts das Programm, darunter auch einige gestandene Basler: Blueser Cla Nett präsentiert sein neues Projekt Second Cousins in der Gerbergasse, wo zuvor schon Singer-Songwriter Pink Pedrazzi aufspielen wird ( 19 Uhr). Peter Oroszlan präsentiert seine Jazz Box beim Teufelhof, Chicago Dave wiederum erlebt man im Rosshof.

Die Sperber-Bühne fällt in diesem Jahr aufgrund von Umbauarbeiten weg. Dafür expandiert das Festival räumlich, indem es beim Nadelberg eine neue Streetband-Bühne installiert. «Wir hoffen, dass sich die Druggede dadurch ein bisschen besser verteilt», sagt Peter Eichenberger.

Em Bebbi sy Jazz Freitag, 17. August. Infos: www.embebbisyjazz.ch